Panopismus – das Ziel der Überwachung

Panoptismus (vom griech. panoptes=„das alles Sehende“) ist ein von dem französischen Philosophen Michel Foucault eingeführter Begriff, der die zunehmenden Überwachungs- und Kontrollmechanismen und daraus resultierende soziale Konformität des Individuums in der Entwicklung der westlichen Gesellschaft seit dem 18. Jahrhundert beschreibt.

 So ist bei Wikipedia zu lesen, und ich denke, das ist ein nicht zu unterschätzender, aber eigentlich viel zu wenig Beachtung findender Aspekt der aktuell bekannt gewordenen Überwachungs-Skandale. Letztendlich reicht sogar die Berichterstattung über die Überwachung, Verhaltensänderungen bei den Bürgern – nicht nur bei „den Terroristen“.

Wem die halbwegs sichere Kommunikation zu kompliziert ist, der wird sich vielleicht nun zweimal überlegen, was er in eine E-Mail schreibt. Wer weiß schon, was „sensible Daten“ sind. Vielleicht reicht ja in wenigen Jahren schon ein privat geteiltes „Merkel weg“ für einen Besuch vom Staatsschutz. Deutlich harmlosere Äußerungen auf Twitter haben schon schon für Polizeibesuche mit dem Ziel der Einschüchterung gesorgt.  So wichtig es ist, sich eben nicht durch solche Vorfälle einschüchtern zu lassen

Auch die anlasslose Videoüberwachung friedlicher Demonstrationen oder gar der Einsatz von Kampfspray und Tonfa-Schlagstock gegen Besucher  solcher Demonstrationen durch anonyme, schwer zu identifzierende Polizeibeamte dürfte den Zweck haben, „brave Bürger“ das nächste Mal von einer Demonstration fernzuhalten. Die „bedenklich hohe“ Zahl verfassungswidriger Hausdurchsuchungen rundet das Bild geradezu ab. Natürlich hat man (noch) die Möglichkeit in Deutschland, Rechtsmittel gegen eine solche Behandlung einzulegen, aber der einschüchternde Effekt, der bürgerrechtliche Schaden ist ja letztendlich nicht mehr gut zu machen.

All das, so finde ich, sollte in der aktuellen Diskussion um Snowdens Enthüllungen vielleicht etwas mehr Beachtung finden als die letztlich dem Boulevard-Journalismus zuzurechnende Fragestellung, wo der NSA-Whistleblower Asyl beantragt und wer es ihm anbietet.

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