Electainment?

Die US-Vorwahlen scheinen zur Zeit das wichtigste Nachrichtenthema überhaupt zu sein. Dass muss man sich mal vorstellen. Es geht nicht um die Wahl des Präsidenten, es geht zur Zeit nur (so in etwa) darum, welche Kandidaten den Parteien auf den Nominierungsparteitagen zur Wahl stehen. Trotzdem wissen wir (schon fast zwangsläufig) mittlerweile mehr über Barack Obama, Hillary Clinton oder den (immer wichtig: Vietnamkriegsveteranen und ehemaligen Kriegsgefangenen…) John McCain als zum Beispiel über Wolfgang Jüttner. Wen? Genau.

Mit scheint, es geht den Medien hier schlicht um Unterhaltung, denn einerseits sind die Unterschiede der Kandidaten, was die politischen Inhalte betrifft, recht marginal und unbedeutend, und zum anderen fließt wirklich noch viel Wasser den Potomac River hinunter, bis die Wahl des nächsten US-Präsidenten tatsächlich ansteht. Aber man kann mit dieser Show ja so schön von der Realität und den wichtigen Problemem ablenken.

Note to self, für die nächsten Wahlen

Eigentlich kann man ja auch früher ins Bett gehen und den Ausgang einer Wahl am nächsten Morgen in den Frühnachrichten erfahren. Denn zuverlässig waren die Prognosen und Hochrechnungen ja ganz und gar nicht, erst kurz vor der Bekanntgabe des letzten Wahlkreises in Hessen stand fest, dass die „Linke“ sicher drin ist und die „C“DU nun leider doch wieder stärkste Partei werden wird (auch wenn die Fraktionen von SPD und CDU wohl gleich stark sein werden). Wenige Minuten später wurde dann auch das vorläufige amtliche Endergebnis bekannt gegeben.

Der Fernseher fliegt raus!

Naja, vielleicht doch nicht ganz – schließlich haben wir uns dieses Jahr eine Wii gekauft, für die wir ja auch einen Bildschirm benötigen. Wenn man aber das folgende Video zur öffentlich-rechtlichen Berichterstattung über sogenannte „Killerspiele“ anschaut, kann man den Glauben an diese Anstalten durchaus vollends verlieren.


(Via Spreeblick)

Das, was hier aufgedeckt wird, hat mit Berichterstattung nichts mehr zu tun, ist nur noch pure Manipulation. Seriös ist was anderes. Magazine wie Monitor, Kontraste, Panorama oder sogar Frontal21 habe ich eigentlich immer recht gerne angeschaut, wobei mir letzteres schon immer ein wenige zu reißerisch war. Wenn aber die Redaktionen auch bei anderen Beiträgen so mit „Fakten“ umgehen, können sie mir wirklich gestohlen bleiben.

Und das (neue) Wohnzimmer nicht um den Fernseher herum gestalten zu „müssen“ eröffnet einem auch völlig neue Möglichkeiten. („Schaust Du noch – oder lebst Du schon?“)