Auch Werwölfe mögen Schäufele

Soeben bin ich von einem Besuch in Nürnberg heimgekehrt, Den Abschluss einer interessanten aber auch arbeitsreichen Woche dort bildete das Barcamp Nürnberg #bcsnue5 – dies war mein erstes Barcamp ausserhalb von Stuttgart. Die vielen Eindrücke muss ich wohl erst noch aufarbeiten, doch es hat viel Spaß gemacht und war auch sehr lehr- und erfahrungsreich. Zudem durfte ich neben vielen anderen interessanten Menschen die Organisatoren von Coworkings Nürnberg kennenlernen und auch einige der Ironblogger Franken.

Die von mir besuchten Sessions reichten von technischen Themen wie „Videoaufzeichnung von Konferenzen „, „Really Rapid  Website Prototyping“ oder dem einfachen Erstellen von Animationsvideos bis hin zur Betrachtung des Faktors Mensch in der Wirtschaftsspionage, dem Vorbeugen von Burnout oder den „Elements of Success“. Und die ersten 30 Nachkommastellen von Pi könnte ich jetzt dank Andreas Lohrums Einführung in die Mnemotechnik auch auswändig. Das Mittagessen – unter anderem sehr leckere Schäufele – wurde beim Restaurant Blaues Haus bestellt.

Abends wurden dank Oliver Gassner natürlich auch wieder einige Runden Werwolf gespielt, was für mich zu einem Barcamp einfach dazu gehort. Aber auch das anschließende Power Point Karaoke war echt unterhaltsam.

Vielen Dank jedenfalls an Andreas Pilz und die anderen Organisatoren und Helfer des Barcamp Nürnberg – ich komme gerne wieder!

Unten beim Bier – in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg hat Besuchern viel zu bieten. Neben den Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen sticht auch die hohe Anzahl an Museen und Ausstellungen hervor. Die Geburtsstadt Albrecht Dürers ist sich ihrer Geschichte durchaus bewusst. 

Nachdem wir in der Vergangenheit bereits das Stadtmuseum Fembo-Haus, das Dokumentationszentrum  Reichsparteitagsgelände (a,k.a. Dokuzentrum) und das DB-Museum besucht hatten, statteten wir nun der Nürnberger Unterwelt einen Besuch ab und wagten uns in die Tiefen der Historischen Felsengänge.

Die Führung ist sehr unterhaltsam, man erfährt viel wissenswertes über die wechselreiche Geschichte der Keller. Zu Beginn geht es vor allem um die Nutzung der Keller als Luftschutzräume im zweiten Weltkrieg. Lehrreich fand ich hier vor allem die Tatsache, dass in der Stadt Nürnberg, trotz der fast vollständigen Zerstörung der Altstadt nur relativ wenige Todesopfer unter den Bewohnern zu beklagen waren. Ein wichtiger Grund hierfür: man hatte in Nürnberg schon aus den verheerenden Erfahrungen in Hamburg und anderen Städten gelernt und die Belüftung der Keller in den Burggraben verlegt. 

Die Keller und Felsengänge – sie stammen größtenteils schon aus dem Mittelalter – hatten jedoch ursprünglich einen anderen Zweck: sie wurden zur Bierherstellung gebraucht. Diese Funktion verloren sie erst wieder als die ersten Kühlmaschinen in Gebrauch kamen. Des weiteren wurden sie auch zur Herstellung von Sauerkraut und eingelegten Gurken verwendet. Hierzu gibt es einige Anekdoten zu hören, die ich nicht vorweg nehmen möchte.

Mehr über den Nürnberger Untergrund erfahrt ihr bei Wikipedia, beim Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. oder natürlich direkt bei einer Führung durch die Felsengänge. Meiner Meinung nach sehr empfehlenswert – und das im Sommer wie im Winter, bei Regen oder Schnee. Die Temperaturen in den Kellern liegen je nach Jahreszeit meist zwischen 10 und 7 Grad Celsius und sind überwiegend trocken. Übrigens wird ein kleiner Teil der Keller mittlerweile auch wieder zur Herstellung und Lagerung von Bier verwendet, welches man in der Gaststätte der Hausbrauerei Altstadthof probieren kann. Wir haben es getestet und für gut befunden!