Unten beim Bier – in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg hat Besuchern viel zu bieten. Neben den Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen sticht auch die hohe Anzahl an Museen und Ausstellungen hervor. Die Geburtsstadt Albrecht Dürers ist sich ihrer Geschichte durchaus bewusst. 

Nachdem wir in der Vergangenheit bereits das Stadtmuseum Fembo-Haus, das Dokumentationszentrum  Reichsparteitagsgelände (a,k.a. Dokuzentrum) und das DB-Museum besucht hatten, statteten wir nun der Nürnberger Unterwelt einen Besuch ab und wagten uns in die Tiefen der Historischen Felsengänge.

Die Führung ist sehr unterhaltsam, man erfährt viel wissenswertes über die wechselreiche Geschichte der Keller. Zu Beginn geht es vor allem um die Nutzung der Keller als Luftschutzräume im zweiten Weltkrieg. Lehrreich fand ich hier vor allem die Tatsache, dass in der Stadt Nürnberg, trotz der fast vollständigen Zerstörung der Altstadt nur relativ wenige Todesopfer unter den Bewohnern zu beklagen waren. Ein wichtiger Grund hierfür: man hatte in Nürnberg schon aus den verheerenden Erfahrungen in Hamburg und anderen Städten gelernt und die Belüftung der Keller in den Burggraben verlegt. 

Die Keller und Felsengänge – sie stammen größtenteils schon aus dem Mittelalter – hatten jedoch ursprünglich einen anderen Zweck: sie wurden zur Bierherstellung gebraucht. Diese Funktion verloren sie erst wieder als die ersten Kühlmaschinen in Gebrauch kamen. Des weiteren wurden sie auch zur Herstellung von Sauerkraut und eingelegten Gurken verwendet. Hierzu gibt es einige Anekdoten zu hören, die ich nicht vorweg nehmen möchte.

Mehr über den Nürnberger Untergrund erfahrt ihr bei Wikipedia, beim Förderverein Nürnberger Felsengänge e.V. oder natürlich direkt bei einer Führung durch die Felsengänge. Meiner Meinung nach sehr empfehlenswert – und das im Sommer wie im Winter, bei Regen oder Schnee. Die Temperaturen in den Kellern liegen je nach Jahreszeit meist zwischen 10 und 7 Grad Celsius und sind überwiegend trocken. Übrigens wird ein kleiner Teil der Keller mittlerweile auch wieder zur Herstellung und Lagerung von Bier verwendet, welches man in der Gaststätte der Hausbrauerei Altstadthof probieren kann. Wir haben es getestet und für gut befunden!

 

Resist S21 – Das Widerstands-Bier


Über Bier schreibe ich ja eigentlich eher selten, heute mache ich mal eine Ausnahme für einen guten Zweck: bereits seit 2010 gibt es das Widerstandsbier gegen Stuttgart 21: Resisit. Gebraut wird es von der Ehinger Rössle-Brauerei. Pro Flasche werden 21 Cent an „den Widerstand“ gespendet – genauer gesagt an das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21. Anfang April 2011 belief sich der Spendenstand laut www.resist-s21.de bereits auf über 6000 Euro – wobei dazu vermutlich nicht nur die 21 Cent pro Flasche beigetragen haben. Auf www.resist-s21.de gibt es auch eine Übersicht mit Kneipen und Geschäften, die das Bier führen. Ich selbst trinke es zumeist im Schlesinger Int. – und dort immer nach der Montagsdemo! Das Etikett mit dem störrischen Widerstands-Esel („Resis Tante sagt NEIN!“) stammt vom Hamburger Designer Patrick Reinhardt.

Prost und ¡Viva la RESISTencia!