Schakschuka

Kennt Ihr Schakschuka? Schakschuka ist „eine Spezialität der nordafrikanischen und jüdischen Küche. Das Gericht wird aus pochierten Eiern in einer Sauce aus Tomaten, Chilischoten und Zwiebeln zubereitet.“ (Wikipedia). Mir ist das Gericht in den letzten Wochen einige Male im Internet (um Beispiel bei Frau Kaltmamsell) und in der Fernsehsendung „Kitchen Impossible“ untergekommen. Dort musste der Koch Hans Neuner bei „Dr. Shakshuka“ in Tel Aviv das Gericht so originalgetreu wie möglich nachkochen.

Shakshuka geht vom Prinzip her sehr einfach, schmeckt aber wahnsinnig lecker und lässt eine Vielzahl von Variationen zu, Ich habe mich für die ersten Versuche an einem Chefkoch-Rezept orientiert, allerdings unter anderem etwas mehr Paprika – und hier übrigens den roten Spitzpaprika – verwendet. Ganz wichtig auch das Koriandergrün, wofür man in Nürnberg oft immer noch zum Asia-Feinkost-Laden muss, selbst in gut sortierten Supermärkten bekomme ich es selten.

Das Gericht kam jedenfalls so gut bei uns an, dass wir es am Wochenende als spätes Frühstück/Mittagessen schon mehrfach gegessen haben.

Fuhrpark erweitert

Das Pedelec verstaubt im Keller, zur Arbeit und in der Freizeit lege ich die meisten Strecken mit dem „XXL-Rad“ zurück. Doch nun habe ich meinen Fuhrpark um ein weiteres Rad erweitert. Seit letzter Woche nenne ich ein Rennrad mein eigen. Hierbei handelt es sich um ein absolutes Sportgerät, ob und wieich das Rad auch auf alltäglicheren Wegen einsetzen werde, wird man sehen müssen. Am Freitag machte ich eine „Überführungsfahrt“ und heute bei sonnigem Wetter (und auch sehr vollen Wegen) meine erste kleine Ausfahrt. Es hat heute jedenfalls Riesenspaß gemacht, und so werde ich wohl auch zur Arbeit ab und zu mal mit diesem Rad statt mit dem „XXL“ fahren.

Für die Technik-Interessierten: es handelt sich bei dem Rad um ein Canyon Endurace AL 6.0. Ein Einsteigermodell mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis. Ausstattungsmerkmale: Aluminiumrahmen mit Carbon-Gabel, Shimano 105-Komplettausstattung. Übrigens bin ich auf dem Rennrad sogar das erste mal mit Helm gefahren – meine Meinung zu Fahrradhelmen habe ich zwar nicht geändert, aber es sind nun mal doch andere Geschwindigkeiten, mit denen man auf dem Sportrad unterwegs ist. Und die Rennradgeometrie in Verbindung mit neuer Griff- und Schalttechnik ist eben auch noch sehr ungewohnt für mich.

Christine Prayon – endlich mal live!

Nachdem Frau Prayon „uns“ in Nürnberg bereits zwei mal krankheitsbedingt absagen musste, hatten wir gestern endlich die Gelegenheit, sie mit ihrem Programm „Die Diplom-Animateuse“  im Loni-Übler-Haus live zu erleben. Ich hatte zwar schon einige Male bei Demonstrationen gegen Stuttgart 21 das Vergnügen, und auch im Fernsehen ist Christine Prayon ja regelmäßig zu sehen, unter anderem als Birte Schneider in der Heute Show des ZDF.

Ich habe immer wieder den Eindruck, politisch mit ihr auf einer ähnlichen Wellenlänge zu sein. Ihre Prognose zur „Volksabstimmung zu S21“ (verkürzt formuliert, der Sachverhalt war ja einiges komplizierter) war leider sehr treffend. Und was sie über Trump im Zusammenhang  mit den Vorwahlen der US-Demokraten mit Hillary Clinton und Bernie Sanders erzählte, deckte sich auch mit meiner Interpretation.

Das Live-Programm kann ich jedenfalls absolut empfehlen. Vor allem Ihre Persiflage des Poetry-Slam-Auftritts von Julia Engelmann hat mich amüsiert – hier in einer vom mdr aufgezeichneten Version vom letzten Jahr. Christine Prayon scheint jedenfalls laufend mit Ihrem Programm auf Tour zu sein – bei ihrer Agentur findet Ihr den Tourplan. Im März stehen zum Beispiel noch Berlin, Bielefeld, München, Weyam, Bonn und Frankfurt am Main auf dem Programm.

Trailer aus dem Jahr 2010:

Die Schweinefleisch-Junkies von der CSU

Stellt Euch vor, Ihr seid irgendwo eingeladen – sagen wir auf einen richtig förmlichen Empfang. Und der Gastgeber serviert Euch und den anderen Gästen sogar etwas zu essen. Was empfindet man da zu aller erst? Dankbarkeit vielleicht? Wenn das Essen rein vegetarisch wäre, würde Euch das stören? Nun, wenn jemand von der CSU, zum Beispiel Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ins Bundesumweltministerium von Barbara Hendricks eingeladen würde, dürfte er sich laut Äußerungen seiner Partei ideologisch bevormundet fühlen, weil er dort als Gast kein Fleisch serviert bekommen würde. Auf facebook machte die CSU gar gleich das Riesenfass auf und tönte von einem „Zwangs-Veggie-Day“ im Umweltministerium. Seht selbst:

Fleisch-Vebots-Front! Nur weil auf den Empfängen und Veranstaltungen im Ministerum eben fleischlose Kost angeboten werden soll. Die Springer-Presse zitierte den Landwirtschafts- und Ernährungsminister mit den Worten: „Mit mir gibt es keinen Veggie-Day durch die Hintertür“. Auch beim sogenannten „Veggie-Day“, der 2013 dank der Springer-Presse zu einer landesweiten Hysterie geführt hatte, war ich ja schon anderer Meinung als die CSU, wie wohl bei den meisten Standpunkten. Doch ich habe meine echten Zweifel, ob es hier noch um Meinung geht, oder ob da nicht etwas ganz anderes dahinter steckt. Der gleiche Minister Schmidt forderte ja bereits eine Schweinefleischpflicht für Kindertagesstätten  (kein Scherz!) und scheint gerade mit der Bundesumweltministerium eine Art Kleinkrieg zu führen. Zur mittlerweile wieder eingstampften Bauernregeln-Kampagne zu denFehlentwicklungen in der Agrarpolitik aus Hendricks‘ Ministerium forderte er gar eine Entschuldigung von der Ministerin. Ich fand die Kampagne selbst ja ganz inspirierend, im Gegensatz zu dem trockenen Auftritt namens „Dialog Landwirtschaft“.

Natürlich wissen wir, dass die CSU auf die Wählerschaft aus Kreisen der Landwirtschaftsvebände angewiesen ist und diese nicht zuletzt deshalb einen gewissen Einfluss auf die CDU und CSU haben dürften. Doch was man aus dem Ministerium Christian Schmidt zum Thema Landwirtschaft und Ernährung zu hören bekommt, scheint über übliche Fleischfresser-Dogmatik noch hinaus zu gehen.  Mich erinnern die Äußerungen schon fast eher an das Verhalten Süchtiger. Gibt es eine solche Sucht nach Fleisch? Selbst die härtesten Carnivoren sollten es doch für die kurze Zeit eines Empfangs in einem Ministerium einmal schaffen, für kurze Zeit mal kein totes Tier zu essen, sondern einen Salat oder eine Salzbrezel. Wie gesagt, eine „Bevormundung“ kann man doch bei einer Einladung nun wirklich nicht reden. Auf facebook habe ich der CSU vorgeschlagen, auf Empfänge ins Umweltministerium doch eine Leberkassemmel mitzunehmen. So sollte auch bei solch harten Fällen gelingen, dem Entzug wirksam vorzubeugen.

Ich esse selbst auch Fleisch, wenn auch deutlich weniger als in vergangenen Tagen. Aber am heutigen Sonntag zum Beispiel kam bei uns zuhause kein Fleisch auf den Tisch, auch keine Wurst oder Käse. Eier haben wir gegessen und Kuchen, vegan war die Ernährung also sicher nicht. Doch Angst vor einer Fleisch-Verbots-Front habe ich sicher nicht. Und ähnlich wie bei Diesel-Gate habe ich hier den Eindruck, dass bestimmten Politikern der Profit bestimmter Unternehmen um ein vielfaches wichtiger ist als die Gesundheit der Bevölkerung oder der Umwelt. Und davon vergeht mir echt der Appetit.

 

Von Schirachs „Terror“ – meine „Auflösung“

Ich möchte lösen. Das Theaterstück „Terror“ des Autors Ferdinand von Schirach wurde nicht erst seit der Verfilmung fürs Fernsehen auf allen Bürofluren diskutiert. Diese Woche konnte ich es im Rahmen unseres Abonnements im Schauspiel Nürnberg auch anschauen. Klügere und gelehrtere Menschen haben sich hierzu schon geäußert, doch ein Gedanke ist mir dabei bisher  noch nicht untergekommen.

Die Geschichte ist recht schnell erzählt; ein Bundeswehr-Kampfpilot steht vor Gericht, weil er eine Lufthansa-Maschine abgeschossen hat. Die Maschine war mutmaßlich von (einem?) Terroristen in seine Gewalt gebracht worden und sollte ins voll besetzte Fußballstadion in München gestürzt werden. Eine Räumung des Stadions fand nicht statt. Die Zuschauer im Theater werden als „Schöffen“ angesprochen und sollen über den Piloten urteilen. In der Regel stimmt die Mehrheit bei den meisten Vorführungen in Deutschland gegen einen Schuldspruch – hierzu gibt es auch eine weltweite Übersichtskarte.

Das Stück an sich wird recht abstrakt präsentiert. Es werden lediglich der Pilot selbst, sowie als Zeugen ein weiterer Offizier der Luftwaffe aus dem Lage- und Führungszentrum sowie eine Nebenklägerin, die Ehefrau eines verstorbenen Flugzeuginsassen, vernommen. Dennoch erfährt man so einiges. Wie bereits erwähnt wurde das Stadion nicht geräumt, obwohl dies in der Zeit zwischen Bekanntwerden der Bedrohung und dem möglichen Aufschlag in München durchaus im Rahmen des Möglichen gelegen hätte. Wir erfahren außerdem, dass trotz des Urteils des Bundesverfassungsgericht zum Luftsicherheitsgesetz, das in solchen Fällen den Waffeneinsatz im Allgemeinen sowie den Abschuss einer Passagiermaschine im Speziellen als verfassungswidrig einstuft, die Alarmrotten der Bundeswehr mit Piloten besetzt werden, die im „Ernstfall“ bereit sind, zu schießen. Unterschwellig schwingt in der Geschichte also auch mit, dass im Lagezentrum davon ausgegangen wurde, der Pilot würde die Maschine auch ohne ausdrücklichen Befehl abschießen.

Und nun mein Gedanke: wenn der Pilot von einer erfolgreichen Räumung des Arena in München unterrichtet worden wäre, hätte er einen Abschuss des Flugzeugs wohl nicht mehr für notwendig erachtet. Die Maschine wäre also in diesem abstrakt gestrickten Szenario vermutlich auf das leere Stadion gestürzt beziehungsweise gesteuert worden. Selbst wenn es noch Passagieren gelungen wäre, ins Cockpit einzudringen (auch ein Aspekt, der in der Verhandlung zur Sprache kommt), hätte das Stadion schaden nehmen können. Durch den Abschuss allerdings wurde das Stadion verschont, alle Flugzeuginsassen starben. Von weiteren Schäden erfahren wir hier nichts. Mit der nicht erfolgten Räumung des Stadions wurde der Pilot also meiner Ansicht nach erst zum Erpressten, der zu der Ansicht gelangte, über Leben und Tod der Flugzeuginsassen entscheiden zu müssen. Schlüsse bleiben für mich hier nur zwei: entweder es ging darum, so etwas wie ein Exempel zu statuieren, oder man (also die Verantwortlichen im Lagezentrum beziehungsweise im Verteidigungsministerium) wollten das 340 Millionen Euro teure Stadion in München vor einer möglichen Beschädigung schützen. Um den Erhalt von möglichst vielen Menschenleben scheint es in diesem Fall aber zu aller letzt zu gehen.