Ja, das Grillen war sehr entspannt

Das Mahl war lecker, die Unterhaltungen kurzweilig („DU hast in einer Speed-Metal-Band gespielt?!“). Es wurde zwar gegen später dann doch etwas kalt, doch zum Glück konnten wir uns ja in die Hütte zurückziehen. Auch mein neuer Schlafsack hat sich bei knapp 10°C wunderbar bewährt.

Und heute, während auf dem EPSON die letzten Feinheiten unserer Hochzeitseinladungen raus kamen (endlich fertig!), hatte ich dann schön viel Zeit, um die ganzen Kommentare zum Thema Spreeblick Verlag KG zu lesen… Da Spreeblick eines der wenigen Blogs ist, das auch ich in meiner noch jungen Karriere als Blogleser ziemlich regelmäßig belurkte, wünsche ich dem Projekt viel Glück und verfolge es interessiert.

sz-itis

WEIßES GOLD?! mich hat es echt aus den Socken gehauen, als ich das gesehen habe. Nicht die Tatsache dass Paulaner jetzt auch eine Beck(‚)s Gold-Kopie herausgebracht hat (eigentlich sogar zwei), das geht ja noch an. Aber dass das Bier als „DAS MILDE UND KLARE WEIßBIER“ verkauft wird – zumindest in der Anzeige, die ich gestern in einer Zeitschrift – welcher, tut hier nichts zur Sache (Hint: Frvgr 51 va qre Whav-Nhftnor iba ARBA) – gesehen habe. Auf der oben verlinkten Abbildung ist es leider nur schlecht zu erkennen. Dieses Phänomen verfolgt mich ja schon länger: bald so schlimm wie die überbordende Apostrophitis, tauchen immer mehr „ß“ (Scharf-s, sz, „Dreierles-Ess“ in unseren Breiten) in der direkten Umgebung von Versalbuchstaben auf, wo doch die einfache Regel lautet: bei der Verwendung von Versalbuchstaben wird „ß“ zu „SS“. Schlicht und ergreifend deshalb, weil das „ß“ ein Kleinbuchstabe (oder besser eine Ligatur aus mehreren, teilweise ausgestorbenen Kleinbuchstaben) ist und deshalb in der direkten Nachbarschaft von GROSSBUCHSTABEN nix zu suchen hat. Sieht ja auch albern aus: auf dem Paulaner-Etikett z.B. lese ich eher WEIBBIER als WEISSBIER… Genauso wie damals, als ich von der „BUßBGELDSTELLE“ Post bekam. Hab natürlich auch der Bubgeldstelle geantwortet 😉

Diese Regel scheint jedoch mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. Ich habe auch schon den Zwiebelfisch angeschrieben und sogar selbst nachgeforscht, ob im Zuge der Rechtschreibreform hier etwas geändert wurde und ich es nicht mitbekommen habe, doch bisher wurde dieser Verdacht nicht bestätigt. Es scheint also an der Unfähigkeit der Leute zu liegen – oder vielleicht an der Unzulänglichkeit ihrer DTP-Programme. Denn ich kann mich noch gut erinnern, daß z.B. der PageMaker, sogar als er noch von Aldus war, der lief unter Windows 3.11, das war Anfang der 90er-Jahre, die Umwandlung von „ß“ in „SS“ automatich vornahm, wenn man einen Text versal setzte.

Wahrscheinlich ist (mal wieder) Microsoft Schuld: probiert mal <p style="text-transform: uppercase; ">Weißbier</p> in Eurem Browser aus. Firefox beherrscht den Umgang mit Großbuchstaben jedenfalls besser als die Grafiker von Paulaner.

Aber halt: da fällt es mir wie Schuppen von den Augen! Beck(‚)s Gold wurde mir beim ersten mal auch als „Frauenbier“ verkauft, vielleicht ist es ja schlichtweg Absicht von Paulaner, das Bier als „Weib(er)bier“ zu verkaufen?

Warum blog?

Warum bloß blogge ich jetzt auch noch? Eine gute Frage. Nun: aus Neugier hab ich mir zuerst b2evolution, später dann WordPress runtergeladen und installiert. Vor allem, um einmal die Technik dahinter kennen zu lernen. Eventuell kann ich WordPress demnächst für ein Kundenprojekt gebrauchen.

Und nun das eigene Blog: zuerst hatte ich nur vor, es als web-basierten Notizzettel zu benutzen, weniger als Tagebuch. Und das mache ich nun auch, die Funktion, einen Artikel als „Privat“ zu markieren, eignet sich hierfür ganz gut. Da braucht es kein tiddlyWiki oder so etwas. Aber beim Lesen anderer Blogs wuchs irgendwie der Wunsch, auch für die Öffentlichkeit zu schreiben – worüber, wusste ich anfangs noch gar nicht, mittlerweile hat es sich ein bisschen herauskristallisiert. Das ändert sich bestimmt noch oder wird erweitert.

Heute hab ich „mich“ auch bei b|logs eingetragen, denn ich glaube, ich möchte auch gelesen werden…

Hakenkreuze – muss das sein?

Anfang Mai berichtete der ARD Kulturweltspiegel über die Ritchie Boys, Deutsche Exilanten, die während des Zweiten Weltkriegs in US-Uniform auf Seiten der Alliierten nach Europa zurückkehrten.

In dem Bericht wurde auch das Buch „Die Ritchie Boys. Deutsche Emigranten beim US-Geheimdienst“ von Christian Bauer und Rebekka Göpfert (Hoffmann und Campe 2005) vorgestellt. Dieses Buch fiel mir beim Stöbern in der Buchhandlung in die Hände. Eigentlich finde ich die Thematik recht interessant und hätte mir das Buch beinahe gekauft, wenn da nicht die eigenwillige Cover-Gestaltung gewesen wäre: Alle Fotos auf dem Einband sind in Schwarz-Weiss, nur auf dem hinteren Einband ist ein Schwarz-Weiß-Bild zu sehen, auf dem eine Hakenkreuz-Flagge offensichtlich nachträglich wieder ihre rote Farbe bekommen hat. Das war für mich tatsächlich ein Grund, das Buch nicht zu kaufen. Denn ich möchte nicht in der S-Bahn sitzen und Mitfahrern ein Hakenkreuz vor die Nase halten. Wohlgemerkt wurde nur die Flagge koloriert, der Rest des Bildes nicht.

Es ist mir völlig klar, dass das Verbot des Hakenkreuzes Ausnahmen kennt (staatsbürgerlichen Aufklärung, Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, Kunst oder Wissenschaft, Forschung oder Lehre, Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder Geschichte oder ähnliche Zwecke), doch in diesem Fall scheint es sich – gerade durch die nachträgliche Einfärbung des Schwarz-Weiß-Fotos – eher um Marketing als um Aufklärung oder Kunst zu handeln!

Im Zuge des „Jubiläums“ des Kriegsendes vor 60 Jahren sind mir auch einige Zeitschriften-Cover aufgefallen, die sich des Hakenkreuzes bedienten, auch hier wurde meiner Meinung nach eher die verkaufsfördernde Provokation dieses Symbols ausgenutzt. Muss das wirklich sein? Und die nächste Frage wäre: verkauft sich das Produkt dadurch wirklich besser?