Von Schirachs „Terror“ – meine „Auflösung“

Ich möchte lösen. Das Theaterstück „Terror“ des Autors Ferdinand von Schirach wurde nicht erst seit der Verfilmung fürs Fernsehen auf allen Bürofluren diskutiert. Diese Woche konnte ich es im Rahmen unseres Abonnements im Schauspiel Nürnberg auch anschauen. Klügere und gelehrtere Menschen haben sich hierzu schon geäußert, doch ein Gedanke ist mir dabei bisher  noch nicht untergekommen.

Die Geschichte ist recht schnell erzählt; ein Bundeswehr-Kampfpilot steht vor Gericht, weil er eine Lufthansa-Maschine abgeschossen hat. Die Maschine war mutmaßlich von (einem?) Terroristen in seine Gewalt gebracht worden und sollte ins voll besetzte Fußballstadion in München gestürzt werden. Eine Räumung des Stadions fand nicht statt. Die Zuschauer im Theater werden als „Schöffen“ angesprochen und sollen über den Piloten urteilen. In der Regel stimmt die Mehrheit bei den meisten Vorführungen in Deutschland gegen einen Schuldspruch – hierzu gibt es auch eine weltweite Übersichtskarte.

Das Stück an sich wird recht abstrakt präsentiert. Es werden lediglich der Pilot selbst, sowie als Zeugen ein weiterer Offizier der Luftwaffe aus dem Lage- und Führungszentrum sowie eine Nebenklägerin, die Ehefrau eines verstorbenen Flugzeuginsassen, vernommen. Dennoch erfährt man so einiges. Wie bereits erwähnt wurde das Stadion nicht geräumt, obwohl dies in der Zeit zwischen Bekanntwerden der Bedrohung und dem möglichen Aufschlag in München durchaus im Rahmen des Möglichen gelegen hätte. Wir erfahren außerdem, dass trotz des Urteils des Bundesverfassungsgericht zum Luftsicherheitsgesetz, das in solchen Fällen den Waffeneinsatz im Allgemeinen sowie den Abschuss einer Passagiermaschine im Speziellen als verfassungswidrig einstuft, die Alarmrotten der Bundeswehr mit Piloten besetzt werden, die im „Ernstfall“ bereit sind, zu schießen. Unterschwellig schwingt in der Geschichte also auch mit, dass im Lagezentrum davon ausgegangen wurde, der Pilot würde die Maschine auch ohne ausdrücklichen Befehl abschießen.

Und nun mein Gedanke: wenn der Pilot von einer erfolgreichen Räumung des Arena in München unterrichtet worden wäre, hätte er einen Abschuss des Flugzeugs wohl nicht mehr für notwendig erachtet. Die Maschine wäre also in diesem abstrakt gestrickten Szenario vermutlich auf das leere Stadion gestürzt beziehungsweise gesteuert worden. Selbst wenn es noch Passagieren gelungen wäre, ins Cockpit einzudringen (auch ein Aspekt, der in der Verhandlung zur Sprache kommt), hätte das Stadion schaden nehmen können. Durch den Abschuss allerdings wurde das Stadion verschont, alle Flugzeuginsassen starben. Von weiteren Schäden erfahren wir hier nichts. Mit der nicht erfolgten Räumung des Stadions wurde der Pilot also meiner Ansicht nach erst zum Erpressten, der zu der Ansicht gelangte, über Leben und Tod der Flugzeuginsassen entscheiden zu müssen. Schlüsse bleiben für mich hier nur zwei: entweder es ging darum, so etwas wie ein Exempel zu statuieren, oder man (also die Verantwortlichen im Lagezentrum beziehungsweise im Verteidigungsministerium) wollten das 340 Millionen Euro teure Stadion in München vor einer möglichen Beschädigung schützen. Um den Erhalt von möglichst vielen Menschenleben scheint es in diesem Fall aber zu aller letzt zu gehen.

Weitere Winterwanderungen

Mit zwei weiteren Winterwanderungen aus dem reichhaltigen Programm der VGN-Freizeittipps haben wir diesen und den letzten Sonntag im Freien verbracht. Letzte Woche ging es den Hausberg der Nürnberger hinauf, den Moritzberg. Schon auf dieser Tour merkten wir, dass die größtenteils noch schneebedeckten Wege durch die reizvolle Landschaft langsam etwas glatt wurden, kamen aber dank unserer Wanderstöcke heil den Berg hinauf und auch wieder hinab. Hier ein paar Eindrücke:

Der „klingende Wasserfall“

Für unsere heutige Wanderung hatten wir uns die spannend klingenden Vorschlag Wolfsschlucht und Teufelskirche ausgesucht, die in einer ganz ähnlichen Ecke lag. Große Teile läuft man hier auf dem fränkischen Teil des Jakobswegs, der auch am Ort Rummelsberg, der regional sehr bekannten Geburtsstätte der sogenannten „Rummelsberger Diakonie“, vorbeiführt. Heute hatten wir mit sehr vereisten Wegen zu kämpfen, aber der Ausflug hat sich alleine schon wegen des Abstechers in die Wolfsschlucht gelohnt. Auf die „sportliche Variante A“ aus der Wegbeschreibung verzichteten wir aber aufgrund der Bedingungen dennoch. Diese Tour ist sicher auch zu anderen Jahreszeiten sehr lohnenswert – und von Nürnberg mit der S-Bahn nur einen Katzensprung entfernt.

Verkehrsinformationen

Diese Woche gab es einige verkehrspolitische Meldungen, die ich aus persönlicher Sicht recht interessant fand, zum einen der ADAC-Fernbusbahnhof-Test, zum anderen einige Ergebnisse des 55. Verkehrsgerichtstags.

Fernbusbahnhöfe

Der ADAC hat Fernbusbahnhöfe getestet – viele sind durchgefallen. „Der Stuttgarter Fernbusbahnhof“ wurde als Testsieger ermittelt. Interessanterweise gibt es aber in Stuttgart seit dem Beginn der Bauvorbereitungsmaßnahmen für Stuttgart 21 zwei solcher Fernbusbahnhöfe, einen am Flughafen im benachbarten Ort Echterdingen, sowie einen im Norden der Stadt. Letzterer wurde zwischenzeitlich vom Bahnhof Zuffenhausen in den benachbarten Ort Kornwestheim verlegt. Immerhin mit Anschluss an die Stuttgarter S-Bahn, wenn auch in einer zum Zentrum entfernteren Tarifzone, was mit höheren Kosten für Reisende nach Stuttgart vebunden ist. Die Fahrzeit in die Innenstadt beträgt etwa 15 Minuten. Vom Flughafen beträgt diese fast das doppelte (25 Minuten). Somit mag der „Testsieger“ zwar schön (weil neu) sein und auch ein angenehmes Serviceangebot bieten, aber das Reiseziel Stuttgart erreicht man damit eben leider nur sehr eingeschränkt. Das ist in anderen Städten wie München oder Nürnberg deutlich besser gelöst (und auch München bietet einen relativ neuen und modernen Fernbusbahnhof).

Verkehrsgerichtstag

Vom 25. bis 27. Januar fand  in Goslar der 56. Deutsche Verkehrsgerichtstag statt. Eines der Themen war die Smartphone-Nutzung durch Autofahrer. Bereits im Vorfeld der Tagung wurde von den Gefahren berichtet, die von abgelenkten Autofahrern ausgehen. So soll etwa jedes zehnte Opfer im Straßenverkehr bei Unfällen sterben, die auf Ablenkung zurückgeführt werden. Sinnvoll finde ich deshalb die Forderung des VGT nach härteren Strafen für „Wiederholungstäter“, also Autofahrer, die mehrfach bei der Smartphone-Nutzung während der Fahrt erwischt werden. Auch solle sich die Polizei generell mehr um die Verkehrsicherheit kümmern und den Verkehr überwachen.

Eine weitere Forderung des Verkehrsgerichtstags ist die Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur. Hier werden wohl langsam die Zeichen der Zeit  erkannt, dass das Rad als umwelt- und stadtverträgliches Verkehrsmittel immer wichtiger wird und Radwege „generell einfach, selbsterklärend und sicher“ sein sollten. Siehe hierzu auch die Pressemitteilung des Verkehrsclub Deutschland.

Winterwanderung zum Rastwaggon

Unsere letzte Wanderung auf La Gomera ist nun ja schon wieder eine ganze weile her, deshalb nutzten wir heute das sonnige Wetter für eine kleine Winterwanderung. Wieder half uns der VGN bei der Tourenwahl. Bei den Wandertipps auf der Website des VGN gibt es sogar eine Filtermöglichkeit für Winterwanderungen. Wir entschieden uns – wohl vorwiegend wegen der interessanten Einkehrmöglichkeit am Ende – für die Wanderung „Über die Höhen des Pegnitztals zum Rastwaggon„.

Mit dem Regionalexpress der Bahn waren wir schnell in Neuhaus an der Pegnitz. Dem Lauf der „Bengatz“ folgend, ging es auf dem Bergrücken in Richtung Velden mit seinen interessanten Fachwerk-Scheunen und alten Mühl- und Wehranlagen.

In diesem Ort wollten wir eigentlich auf Kaffee und Kuchen einkehren, doch das „Café Central“ hat leider sonntags Ruhetag. Zum Glück hatten wir heißen Tee dabei und konnten die ersehnte Rast im winterlichen Sonnenschein bald nachholen. Den kurzweiligen Weg mit „kantigen Felsformationen, herrlichen Weitblicke in die Winterlandschaft und verschneiten Tälern“ (VGN-Website) setzten wir in Richtung Rupprechtstegen fort, um dort zum Ende der kleinen Wanderung in einem kleinen Restaurant einzukehren, das in einem alten grünen Bahnwaggon untergebracht ist. Nach Gyros mit Reis beziehungsweise Calamari mit Reis und einem Kaffee ging es mit der Bahn zurück nach Nürnberg.

Rastwaggon""

Server-Umzug

Seit heute läuft „Hinten beim Bier“ auf einem neuen Server bei einem neuen Hosting-Anbieter. Von Beginn an wurde das Blog (anfangs unter anderem Namen) auf dem Root-Server eines ehemaligen Arbeitskollegen von mir gehostet. Seit Anfang Januar wechsele ich zum Hoster manitu (Danke an Besim für den Tipp) – und am Wochenende habe ich nun auch das Blog endlich einmal umgezogen. Es scheint auf den ersten Blick alles ganz gut zu funktionieren. Wenn Euch etwas auffällt, hinterlasst doch bitte einen Kommentar.

Symbolisches Beitragsbild: Robert Scoble – Tag on Tim Berners-Lee’s original NeXT machine — first Web server (CC BY 2.0)