Mein erster „10k“

Seit Ende April haben wir uns darauf vorbereitet. Dreimal die Woche trafen wir uns im Marienbergpark im Rahmen des Lauftreffs vom Post SV und joggten eine Stunde lang. Und am vorletzten Sonntag war es nun endlich so weit: der 10-Kilometer-Lauf zum Abschluss der Anfängergruppe stand an. Von den anfangs rund 18 Teilnehmern der „Gruppe Null“ fanden sich trotz Regenwetter immerhin noch vier Läuferinnen und ein Läufer im Marienbergpark ein, um auf die drei Runden mit etwas mehr als drei Kilometer zu gehen. Einige der anderen LäuferInnen hatten ungeachtet des schlechten Wetters ebenfalls in den Park gewagt, um uns zu unterstützen oder als Streckenposten zu dienen.

Insgesamt lief es sich sehr locker. Ich machte zum Ende der ersten und zweiten Runde eine kleine Trink- und Gehpause, die aber kaum der Rede wert waren, und fand dann auch schnell wieder Anschluss an die beiden führenden Läuferinnen. So liefen wir die längste Zeit zu viert, denn außerdem begleitete uns noch Walter, ein erfahrener Läufer und Triathlet. Er unterhielt uns die gesamte Strecke über mit Geschichten und Erlebnissen aus seinen Triathlon-Wettkämpfen, es kam mir vor wie ein „Running Podcast“ – für Kommentare und Nachfragen blieb uns dreien eigentlich keine Puste. Die Begleitung ließ die Runden sehr kurzweilig werden, etwaiges „Kopfkino“ über die bevorstehenden Strapazen der für uns langen Strecke kam so erst gar nicht auf.

Am Ende zeigte meine Uhr ordentliche 01:04 Stunden an – laut GPS aber leider nur 9,17 Kilometer. Doch das trübte die Freude über den erfolgreichen Lauf nur geringfügig. Insgesamt blieben alle LäuferInnen unter 01:10 Stunden. Wir waren wohl die schnellste Anfängergruppe seit langem – das lag aber wohl auch daran, das einige langsamere Läufer und Läuferinnen aus verschiedenen Gründen an jenem Sonntag erst gar nicht antraten.

Das anfangs sehr langsam erscheinende Trainingstempo im Lauftreff hat sich für mich also durchaus bezahlt gemacht. Und ich bin auch gleich einer Strava-Herausforderung beigetreten, im August erneut einen 10-km-Lauf zu absolvieren. Und im Oktober werde dann zum ersten Mal beim Stadtlauf in Nürnberg antreten! Und wer weiss, wenn es terminlich passt vielleicht sogar beim Bietigheimer Silvesterlauf?

Iron Blogger Franken: ich bin ausgeschieden!!1elf

Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft: weil ich am Sonntag einen Beitrag nicht rechtzeitig online gestellt habe (er war sowieso recht belanglos und wird Euch deshalb auch nicht zugemutet) bin ich wegen Konto-Überziehung bei den Iron Bloggern Franken ausgeschieden.

Vielleicht erinnert Ihr Euch: es gibt bei den Iron Bloggern („Blogs und Bier, das lob ich mir!“) einen Mechanismus, dass man bei zu hohem Schuldenstand automatisch aus der Wertung ausscheidet:

  • Türmen sich die Schulden zu 30 € auf, so scheidet der Teilnehmer automatisch aus und kann später gegen Bezahlung der 30 € wieder einsteigen. So wird verhindert, dass die Teilnehmer in den Ruin getrieben werden.

(aus den Beispielregeln von der Iron Blogger Zentrale)

Bei den Iron Bloggern geht es ja im Pinzip darum, sich gegenseitig unter „Beer Pressure“ zu setzen, um regelmäßig(er) zu bloggen. Wer es nicht schafft, mindestens einen Beitrag in der Woche zu schreiben, darf fünf Euro ins Kässchen zahlen. Ist die Kasse voll genug, wird sie gemeinsam verfeiert. Das mit dem Verfeiern ist meiner Ansicht nach ein nicht zu vernachlässigender Punkt bei dem Projekt. Und eigentlich essen und trinken die Franken ja bekanntlich sehr gerne, doch als ich vor einigen Wochen einmal den Versuch anstieß, ein Treffen anzuleiern, auch um in diesem Rahmen meine Schulden zu begleichen, war die Reaktion darauf eher gering. Überhaupt kann ich mich nur an ein einziges Treffen der Iron Blogger Franken erinnern. In anderen Städten klappt das mit dem Treffen deutlich besser. Wobei man am Beispiel Stuttgart auch betonen muss, dass es dort deutlich mehr aktive Teilnehmer gibt, als dies in Franken noch der Fall ist. Während in Franken nach meinem Ausscheiden derzeit nur noch sechs von insgesamt mehr als 30 Bloggern und Bloggerinnen eisern teilnehmen, sind es in Stuttgart aktuell zwölf.

Normalerweise könnte ich jetzt meine Schulden bezahlen und wäre wieder mit dabei. Doch andererseits denke ich mir: wozu eigentlich, wenn es in absehbarer Zeit sowieso kein Treffen gibt? Ich werde also erst einmal abwarten und meine Schulden erst begleichen, wenn es wirklich einmal ein Wiedersehen unter den fränkischen Iron Bloggern gibt. Würde mich jedenfalls sehr freuen. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich deshalb nicht mehr hier blogge, aber vielleicht tatsächlich etwas unregelmäßiger.

 

Kalter Kaffee – lecker!

Kennt Ihr schon Cold Brew Coffee? Was ich zunächst für „wieder so nen Hipsterkram“ hielt, stellte sich beim ersten Probieren als durchaus leckere und auch sinnvolle Kaffeezubereitung heraus. Es geht recht einfach: man gießt frisch und recht grob gemahlene Bohnen  mit „zimmerkaltem“ Wasser  auf und lässt diese Mischung (Verhältnis: 100 Gramm Kaffee auf einen Liter) für mindestens 12 Stunden ebenfalls bei Zimmertemperatur ziehen. Danach siebt und filtert man das Pulver aus dem Kaffee (ich mache dies zuerst mit einem Haarsieb, dann mit einem konventionellen Kaffeefilter). Ab in den Kühlschrank damit – fertig ist der Cold Brew Coffee.

Das Ergebnis schmeckt sehr stark nach Kaffee, ohne jedoch besonders bitter zu sein – könnte also auch für Menschen eine Alternative sein, die Kaffee nicht besonders gerne trinken oder nicht gut vertragen. Die Säure der Kaffeebohnen wird nämlich eher bei der Zubereitung mit Hitze freigesetzt. Das gilt übrigens auch für den Koffeingehalt, was aber durch das relativ hohe Kaffee-Wasser-Verhältnis beim Cold Brew ausgeglichen werden soll (was man so liest).

Ich finde, der Cold Brew Coffee eignet sehr gut als Basis für Eiskaffee mit Vanilleeis – besser als herkömmlicher, erkalteter Kaffee. Er schmeckt aber auch pur auf Eis sehr gut (mir sogar ohne Zucker, wobei ich heißen Kaffee sonst eher süß trinke). In den USA wird Cold Brew auch mit Tonic serviert, er eignet sich jedoch auch noch für eine Vielzahl weiterer Kreationen. Im Kühlschrank kann man das Konzentrat übrigens gut ein paar Tage aufbewahren.

In die deutschsprachige Wikipedia hat diese Form der Kaffeezubereitung noch nicht Einzug gehalten, vielleicht fühlt sich ja jemand berufen, dies nachzuholen.

Gedanken zum Lauftraining

Seit kurz nach Ostern nehme ich ja an der Anfängergruppe des Lauftreffs am Marienbergpark in Nürnberg teil, wie Ihr in meinem Beitrag „Es läuft“ ja bereits lesen konntet. Auch während des zweiwöchigen Segeltörns schaffte ich es immerhin, zweimal eine Stunde zu laufen, so dass die 8 Minuten-Intervalle beim ersten Training nach dem Urlaub kein Problem darstellten. Im Gegenteil: mir fiel zum ersten mal so richtig auf, wie viel Spaß mir das Laufen macht. Und das überrascht mich selbst ein wenig.

In der Jugend – vor allem im Schulsport – war ich kein guter Läufer. Wenn wir mit der ganzen Klasse einen Waldlauf machten, bekam ich schnell Seitenstechen und vor allem Frust. Ich war zwar in der Leichtathletik beim Sprint und beim Weitsprung damals nicht schlecht (es reichte immerhin mehrfach zur Ehrenurkunde bei den Bundesjugendspielen, unterschrieben vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker). Die die „längeren“ Strecken allerdings – es ging ja nur um 1000m, also zweieinhalb Stadionrunden – lagen mir absolut nicht.

Ich glaube, das Problem damals war, dass es im Schulsport bei uns damals, soweit ich mich erinnere, eigentlich nie ein richtiges Training gab. Es wurde besprochen, was zu tun ist (laufen, springen, werfen, Turnübungen), dann übte man auf eigene Faust – und irgendwann wurde benotet. Wer schon vorher gut in der jeweiligen Disziplin war, bekam eine gute Note, wer vorher schlecht war höchstens eine befriedigende, eher eine ausreichende Note. Ich habe den Sportunterricht immer als reine Leistungsabfrage, jedoch nie als richtigen Unterricht empfunden. Es gab nie ein Versprechen, wie ich es jetzt in der Laufgruppe erleben darf, dass zum Beispiel bis zu den Sommerferien jeder einen 10-Kilometer-Lauf schaffen würde.

Es bringt natürlich nichts, der Vergangenheit hinterher zu trauern. Doch darum geht es mir auch gar nicht. Sondern vielmehr um die Freude an der Bewegung, die ich (wieder-)entdeckt habe – und die Begeisterung darüber, wie man mit einem guten Plan und mit einem langsamen Einstieg in relativ kurzer Zeit merkliche Verbesserungen erreicht. Und dann fühlt es sich auch nicht nach einer ätzenden Verpflichtung an, sondern macht in meinem Fall sogar richtig Spaß!