Sternenhimmel, Weinprobe und Spieleabend: unsere „Blaue Nacht“ 2017

Ein blau beleuchtetes Highlight im Nürnberger Kulturkalender ist sie, die „Blaue Nacht“, die am Samstag bereits zum achtzehnten Mal statt fand. Wir haben sie auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder besucht, doch dieses Mal hat es mir besonders gut gefallen.

Die die recht lauen Temperaturen luden zum zwanglosen Flanieren in der Altstadt ein, und auch das Programm hatte einiges nach unserem Geschmack zu bieten.

Wir starteten im nahe gelegenen Tucherschloß, wo wir zwar eine Führung durch das Gebäude selbst knapp verpassten, aber immerhin endlich einmal einen Blick in den Hirsvogelsaal werfen konnten und außerdem lecker zu Abend aßen – inklusive eines Glases „Blaue Bowle“.

Weiter ging es in den Innenhof des Pellerhauses (Pellerhof), welcher auf Initiative der Altstadtfreunden Nürnberg seine zerstörte Renaissance-Architektur wieder erhält. Nach dem Pellerhaus schauten wir uns in der Egidienkirche noch die Videoprojektion „Zehn Jahre an diesem Abend“ der brasilianischen Künstlerin Marina Camargo an.

Unsere nächste Station stellte wohl das Highlight unserer abendlichen Odyssee (so das Motte der Blauen nach) dar: im Lesesaal des Stadtarchivs konnten wir an einer „kleinen Reise durch die Geschichte alter Weinsorten“ teilnehmen. Überraschend, was engagierte Önologen heute aus teilweise längst vergessenen Rebsorten herausholen können. Herausragend war hier sicher der „Malvasia delle Lipari“. Eine Zeitreise war diese Weinprobe wohl eher nicht, denn man merkte den Weinen durchaus eine moderne, fundierte Ausbautechnik an. Wie ähnliche Weine Dürers oder gar zu Odysseus‘ Zeiten wohl geschmeckt hätten?

Nach einem kurzen Ausflug ins DB-Museum, wo mit Hilfe von 80 Super-8-Projektoren eine surreale Installation mit kurzen UFO-Film-Loops geschaffen wurde, pilgerten wir langsam wieder in Richtung Nordstadt. Doch auf dem Weg dorthin landeten wir erneut im Pellerhaus. Dort ist nämlich auch das Deutsche Spielearchiv beheimatet, und man konnte so einiges ausprobieren. Während im Gewölbekeller in passend-düsterer Kulisse die wohl letzte Runde Werwolf dieser Blauen Nacht gespielt wurde, gönnten wir uns zu zwei Runden „Labyrinth“ noch ein Bierchen vor dem endgültigen Nachhauseweg.

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