Der Falke im Turm

Eigentlich befindet sich der Falkenturm auf der gegenüber liegenden Seite der Nürnberger Altstadt. Doch das hat das Wanderfalken-Paar, das nun wieder im Sinwellturm der Nürnberger Kaiserburg nistet, wohl nicht gestört, zumal sie dort wohl auch das bequemere Zuhause gefunden haben, denn dort wurde im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen in einem anderen Turm vor einigen Jahren ein Ausweichquartier für die Turmfalken eingerichtet. So erfahren wir es auf der Website „Lebensraum Burg“, auf der es sogar eine Webcam ins Nest der Wanderfalken gibt. Ein erstes Küken ist bereits geschlüpft.

Sinwellturm
Der Sinwellturm

Der Wanderfalke (Falco Peregrinus) gilt als die am weitesten verbreitete Vogelart weltweit. Dennoch ist er in Deutschland als bedrohte Tierart eingestuft. Die Bestände sind bis in sie Siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhundterst vor allem wegen des DDT-Einsatzes in der Landwirtschaft stark zurück gegangen, erholten sich aber seither. Außerdem habe ich bei Wikipedia gelernt, dass man die Falken systematisch nicht mehr zu den Greifvögeln zählt, weil sie laut DNA-Untersuchungen wohl eher mit den Papageien und den Sperlingsvögeln verwandt sind.

Spannenderweise hatte sich einer der Vögel, vermutlich das etwas kleinere Männchen, neulich auf unserem Haus im Vestnertorgraben niedergelassen, um auf Beuteschau zu gehen. Der Vogel ließ sich allerdings nach einem kurzen Geplänkel von einer Krähe verjagen. Es ist wirklich was los hier im Lebensraum nördlich der Kaiserburg!

Bildnachweise:
Peregrino en vuelo By Juan Lacruz (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Nürnberg, Burg, Sinwellturm By Tilman2007 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Zug um Zug: Zug-Umzug

Nach fast genau einem Jahr war es heute soweit: ich bin nun endlich „ganz“ nach Nürnberg umgezogen, pendle jetzt also nicht mehr unter der Woche nach Stuttgart. Oben seht Ihr, was man in einem Jahr so ansammelt, wobei hier auch noch einige Geburtstagsgeschenke und das Wochenend-Gepäck von N. dabei sind. Gemeinsam hatten wir acht Gepäckstücke: für jeden einen Rucksack, eine große und eine kleinere Tasche sowie eine Handtasche. Das hat mit der Bahn von Bietigheim-Bissingen nach Nürnberg, mit einem Umstieg vom Regionalexpress in den ICE in Würzburg, sehr gut geklappt. In Nürnberg haben wir dann ein Taxi bis nach Hause genommen. Und nach dem Auspacken saßen wir pünktlich zum ersten gemeinsamen Tatort seit über drei Jahren auf dem Sofa. Der Tatort hätte übrigens nicht passender ausfallen können: es lief ja der erste Fall der neuen Mordkommission Franken!

Herzlicher Dank geht an dieser Stelle nochmals an meine Eltern, die mich so lange als Gast ertragen haben 😉 und uns an diesem Geburtstags- und Umzugswochende so liebevoll umsorgten.

 

Der Raubparker

Der perfide Begriff „Raubkopierer“ wird häufig für Menschen verwendet, die in welcher Form auch immer illegale Kopien herstellen. Er gilt aber als ungenau und übertrieben. Juristisch gesehen muss man ihn sogar als irreführend bezeichnen, denn in den allermeisten Fällen handelt es sich bei illegalen Kopien weder um Raub noch um Diebstahl. Wenn man schon einen solchen „griffigen“ Begriff braucht, wäre für solche Kopien vielleicht noch der Ausdruck „Schwarzkopierer“ passender, analog zu ähnlichen Leistungserschleichungen oder -Verweigerungen wie beim Schwarzfahrer oder Schwarzarbeiter.

In einem ganz anderern Bereich werden Übel – (und potentielle Straf-)Täter dagegen eher mit verharmlosenden Begriff umschrieben: der „Falschparker“ begeht der Begrifflichkeit nach nur einen Fehler. Doch hier fände ich den Begriff „Raubparker“ viel treffender. Zuerst einmal handelt es sich ja immer um eine Wegnahme. Der durch den illegal parkenden blockierte Platz steht anderen nicht mehr zur Verfügung (ganz im Gegensatz zur illegalen Kopie, das ursprüngliche Gut wird hierbei nicht verletzt oder weggenommen). Und wenn das illegale Parken auf einem Rad- oder Fußweg geschieht, ist sogar von einer körperlichen >Gefährdung auszugehen, da es oft andere Verkehrsteilnehmer wie zum Beispiel Radfahrer oder Fußgänger zu gefährlichen Ausweichmanövern nötigt.

Doch warum wird bei den illegalen Kopien geradezu maßlos übertrieben, während man die Bedrohung durch illegales Parken schon bei der Begrifflichkeit verharmlost? Ein Grund dafür ist sicher die Infizierung unserer Gesellschaft mit dem „Virus Auto“. Einerseits wird dem Auto unverhältnismäßig viel Platz eingeräumt* und andererseits verfallen viele Automobilisten in eine Stufe des Egoismus, die andere Verkehrsteilnehmer entweder gänzlich ausblendet oder im schlimmsten Fall als Gegner erscheinen lässt.

* In Berlin zum Beispiel  bekommen stehende Autos sechs Mal so viel Verkehrsfläche wie fahrende Fahrräder.  Autofahrer und einige lokale Geschäftsinhaber scheinen geradezu von einem Grundrecht auf öffentlich zur Verfügung gestellte Parkplätze auszugehen.

Der Begriff „Raubkopierern“ hingegen beruht wohl auf gezielten PR-Kampagnen der Rechteverwerter.

Das Beitragsbild basiert auf:

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Behringersdorf Norisstrasse Radweg f sw keichwa„. Licensed under CC BY-SA 1.0 via Wikimedia Commons.