Kinotipp: Only Lovers Left Alive

Einen „Vampir-Liebesfilm“ anzuschauen hätte ich mir bis vor kurzem auch nur schwer vorstellen können. Aber wenn besagter Film vom „Independent-Kult-Regisseur“ Jim Jarmusch ist, sollte man ihm schon eine Chance geben. Und in der Tat, Jarmusch lieferte mit „Only Lovers Left Alive“ erneut ein Meisterwerk ab.

Der Undergroundmusiker Adam (Tom Hiddleston) lebt in einer heruntergekommenen Villa in Detroit, Eve (Tilda Swinton), seine Ehefrau seit Jahrhunderten, im marokkanischen Tanger. Die beiden führen eine Fernbeziehung übers Internet, doch als Eve mitbekommt, dass Adam, deprimiert und enttäuscht vom Lauf der Welt und dem Verhalten der „Zombies“ (so nennt er die Menschen) versuchen könnte, seiner Unsterblichkeit ein Ende zu setzen, reist sie (natürlich nur per Nachtflug) nach Detroit, um ihm beizustehen. Blut trinken die beiden übrigens nur noch in Form von umständlich beschaffter Konserven – aus Gründen der Gesundheit und um die offensichtlichen Probleme durch die Beschaffungskriminalität zu vermeiden. Durch einen Besuch von Eves Schwester Ava wird das Idyll der beiden Liebenden jäh gestört. Der Film hat mich von der ersten Minute an begeistert. Jarmuschs Liebe zum Detail und viele kleine Anspielungen machen einfach Spaß, und trotz des sehr gemächlichen Erzähltempos kommt keine Langeweile auf. Die Langsamkeit des Films passte auch sehr gut zu der Zeit zwischen den Jahren, aber auch zu anderen Jahreszeiten solltet Ihr Euch den Film nicht entgehen lassen. Ich empfehle ihn natürlich in der Originalfassung. Wir haben ihn im Filmkunsttheater Casablanca in Nürnberg angeschaut, was der Stimmung auch sehr zuträglich war. 

Auch die Filmmusik und der Soundtrack von  Jozef van Wissem sind grandios. Unter anderem ist Jim Jarmuschs Band-Projekt SQÜRL zu hören.

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