Berlin 2012

Es ist wirklich ein Zufall, aber nur wenige Tage nach Thomas verschlug es auch mich wieder einmal nach Berlin. N. hatte dort zwei Tage beruflich zu tun und so beschlossen wir, da ein verlängertes Wochenende draus zu machen, so richtig schön touristisch.

Die Anreise mit der Bahn von Stuttgart verlief – heute wohl eher die Regel als die Ausnahme – nicht ohne Zwischenfälle. Aufgrund von „Vandalismus“ war die ICE-Strecke zwischen Braunschweig und Berlin nicht mehr befahrbar. Via twitter klärte mich die Bahn auf Nachfrage auf: es handele sich um Kabeldiebstahl. Interessanterweise findet sich auf dem Presseportal der Bundespolizei hierzu kein Hinweis. Naja. jedenfalls führte dieser Zwischenfall dazu, dass wir über die Regionalbahnstrecke umgeleitet wurden und so mit mehr als zwei Stunden Verspätung in Berlin ankamen. Der Zug hatte übrigens in Stuttgart schon eine halbe Stunde Verspätung. Doch da die Ursache für die so sehr verspätete Ankunft in Berlin ja „Vandalismus“ war, war die Bahn fein raus und musste die Fahrgäste nicht entschädigen. Bei meiner Ankunft in Berlin war es bereits dunkel – ursprünglich hätte ich gegen zwei ankommen sollen – und ich fühlte mich schon ein wenig um diesen Nachmittag in Berlin betrogen. Und das wegen so eines Dritte-Welt-Problems wie „Kabelklau“!

Untergekommen waren wir wieder einmal im bewährten Hotel Transit Loft am Prenzlauer Berg. Einfach und günstig. Der Transfer vom Hauptbahnhof zum Hotel mit S-Bahn und Tram verlief übrigens ohne Zwischenfälle, dass soll nicht unerwähnt bleiben.

Fernsehturm am AlexanderplatzZum Abendessen gingen wir in ein indonesisches Restaurant, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Die ununterbrochene Beschallung mit einer in Trance versetzenden Tempelmusik werde ich jedoch nicht so schnell vergessen. Dann die Frage: „wie lange hat eigentlich der Fernsehturm am Alex abends geöffnet?“ Lange genug für einen abendlichen Besuch jedenfalls! Also nichts wie hin! Schlange gab es zu dieser Zeit keine mehr, wir wurden gleich nach dem Erwerb unserer ermäßigten Eintrittskarten zum Fahrstuhl geleitet. Die beeindruckende Aussicht auf das abendliche Berlin genossen wir bei einem leckeren Cocktail, um anschließend noch – wieder am Fuß des Turms – einen Geocache zu suchen. Das war übrigens unser Geocache-Fund Nummer 500, eine herausragende Zahl an einem herausragenden Ort… 😉

 Asteroids-Spielautomat im ComputerspielmuseumAm Freitag besuchten wir das Computerspielmuseum – quasi auf Emfpfehlung von Thomas. Das war echt schön nostalgisch! Auf einem Original-Frogger oder Asteroids-Automaten zu spielen war für mich eines der Highlights. Die dort ausgestellte funktionsfähige „Artwork formerly known as PainStation“ haben wir dann aber doch nicht ausprobiert…

Die Umgebung des Computerspielmuseums erkundeten wir dann dank einiger Geocaches noch genauer und waren durchaus beeindruckt vom sozialistischen Klassizismus der Karl-Marx-Allee. Abends ging es dann nach dem Besuch einer kleinen aber feinen Pizzeria namens Mami Camilla (Pizza Biagio mit Speck und Scamorza! Umwerfend!) noch ins Kino: Ich hatte das dringende Bedürfnis, mir noch einmal Skyfall anzuschauen, aber diesmal die unsynchronisierte Originalversion. Die übertriebene Darstellung des Bösewichts Raoul Silva fand ich in der deutschen Version etwas unglaubwürdig. Die schauspielerische Leistung Javier Bardems wurde dadurch wirklich entstellt, wie wir dann beim Ansehen des Originals erkennen durften.

Samstags besuchten wir eine eher enttäuschende „Etsy-Weihnachtsausstellung“ in einem Telekom-Laden in Mitte. War den Weg nicht wert. Später drängten wir uns noch gemeinsam mit einigen Busladungen weiterer Touristen durch das DDR-Museum, dessen Motto  „Geschichte zum Anfassen“ durchaus zutreffend ist. Aber es war am Samstag Nachmittag einfach viel zu voll. Nicht ganz so voll war es zu unserem Glück abends im Jamaikanischen Restaurant Rosa Caleta  Wir hatten zwar reserviert und bekamen auch einen Tisch, doch wie wir später erfuhren, hatte die Reservierung über Open Table wohl gar nicht funktioniert. Das Essen dort hat uns jedenfalls sehr gut geschmeckt. Englischkenntnisse sind dort allerdings von Vorteil, man kann sich dann um so besser mit der aus New York stammenden Bedienung unterhalten.

Tor in der Karl-Marx-AlleeSonntags haben wir dann noch dem Technikmuseum einen Besuch abgestattet. Beeinduckend waren die Nachbildungen der ersten Konrad Zuse-Computer und die Druckerei-Abteilung, wo man seine eigenen Kärtchen drucken konnten, mit Text, der live an einer alten Linotype-Maschine gesetzt wurde. Diese Maschine und ihre Funktionsweise war mir zwar bereits vertraut, aber in Aktion hatte ich sie noch nicht nicht gesehen. Das Drucken der Karten auf dem alten Handtiegel hat einfach Spaß gemacht.  In der Schifffahrtsausstellung haben wir dann fast die Zeit vergessen, schließlich mussten wir uns schon bald wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof für unsere Rückreise begeben. Es blieb aber noch genug Zeit für einen Zwischenstopp im Las Malvinas, das nicht zuletzt durch sein überaus freundliches Personal glänzte.

Die Rückfahrt nach Stuttgart verlief ereignislos, allerdings auch wieder mit etwa 15 Minuten „betriebsbedingter“ Verspätung, wodurch ich letztendlich eine ganze Stunde später als gepant am frühen Montag morgen zuhause ankam.

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