„Die Warnungen vor sozialen Unruhen und die Angst der Abwiegler“

Es ist wie wenn den Tanzenden auf dem Oberdeck der „Titanic“ jemand warnend zuruft, dass das Schiff sinkt, und die abgehobene illustre Gesellschaft macht den Warnenden für den Untergang des Schiffes verantwortlich.

So Wolfgang Lieb in den Nachdenkseiten über die Kritik an Gesine Schwans Warnungen vor sozialen Unruhen.

Ich finde, Gesine Schwans Worte zur Krise richtig. Sich jetzt auf Gerechtigkeit und Solidarität zu besinnen, ist allemal besser, als der deplazierte und geradezu unverschämte Vorwurf von Horst Köhler, wir hätten „alle über unsere Verhältnisse gelebt“. Global und ökologisch gesehen mag dies zwar stimmen, die Breitseite trifft aber in Zeiten der Krise doch die falschen und lenkt von den Versäumnissen und Fehlentwicklungen durch die neoliberale Ideologie, für die auch Köhler stand und steht, ab. So verschweigt Köhler, dass zum Beispiel viele Menschen bereits vor der Krise Verzicht üben mussten (man schaue sich nur die Lohnentwicklung an), damit Deutschland seine Position als „Exportweltmeister“ auch ja halten kann.

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