Verhältnismässigkeit

Mir wurde richtig schlecht, als ich gestern den Artikel von Peggy Parnass über die unterschiedlichen Strafen gelesen habe, die in Deutschland KZ-Mörder im Vergleich zu RAF-Mördern erhalten haben. Ich habe mich ja auch schon hier und andernorts zur RAF geäussert, meiner Meinung nach waren es (kurz zusammengefasst) hauptsächlich Deppen, die nicht zu Ende gedacht haben. Ihre Taten sind nicht zu beschönigen.

Aber wenn man sieht wie der rechte Mob, angeführt von Springer-Presse und CSU, gegen die verurteilten Mörder Monhaupt und Klar hetzt, die ihre Strafe ja größtenteils verbüßt haben und vergleicht man diese Hetze mit dem damaligen doch recht laxen Vorgehen gegen die tatsächlichen Massenmörder aus der Nazizeit, kann man schon den Eindruck gewinnen, dass in „diesem unserem Lande“ einiges gewaltig falsch läuft.

(via Che, wo ein anonymer Kommentator namens „avantgarde“ die berechtigte Frage stellt, ob „es ohne die hetzende Springerpresse der späten 60er überhaupt je eine RAF gegeben hätte“)

5. Stuttgarter Webmontag

Gestern war ich zum zweiten Mal auf dem Webmontag im Literaturhaus. Voll war es. Ich war spät dran und konnte deshalb vorher auch nicht lange „socialisen“. Immerhin kannte ich ein paar mehr Leute als bei meinem ersten Besuch.

Nach einer kurzen Werbeveranstaltung für smsapi.de, die als „keine Werbeveranstaltung“ angekündigt war, ging es zur Sache: Second Life war Hauptthema des Abends. Oliver Gassner vs. Alvar Freude. Ok, das ist nun etwas überspitzt formuliert, im Grunde gab es eine Vorstellung von Second Life durch Oliver und eine Kritik an SL durch Alvar. Ich verweise hier auf den Artikel von Henning dazu, zu dem eigentlich nicht viel anzumerken ist. Meine Bedenken bezüglich der Proprietät von Second Life habe ich hier ja schon geäussert.
Der vierte angekündigte Vortrag „REST – neue Architektur für Webanwendungen“ wurde dann aus Zeitgründen nicht mehr gehalten, das Interesse an SL war dann doch recht groß.

Am anschliessenden „Socializing und Networking“ konnte ich nicht mehr teilnehmen, ich hatte noch eine andere Verabredung. Sicher wäre es noch interessant gewesen, den einen oder anderen Punkt zu diskutieren.

Gut gegen Böse

Gestern lauschte ich einem interessanten Podcast: „Götter, Pokemons und das Böse“ – Über das Verhältnis von Gut und Böse in der japanischen Kinderwelt, von Mari Furukawa. Nicht nur anhand von japanischen Märchen, Zeichentrickfilmen und Pokemon-Spielen zeigt Mari Furukawa grundlegende Unterschiede zwischen unserer und der japanischen Kultur auf: während bei uns (vor allem in Märchen und Filmen) gerne „das personifizierte Böse“ suftritt, eine Figur also, die per se böse ist, egal was sie tut, gibt es in den japanischen Märchen diese Unterscheidung nicht. Gut und Böse wird hier nicht an den Figuren, sondern an deren Taten festgemacht. Frau Furukawa bereichert ihren Podcast auch mit persönlichen Beobachtungen zu generellen kulturellen Unterschieden, wie etwa dem Umgang mit der Natur. Durchaus hörenswert und zum Nachdenken anregend, dieser Beitrag.