Zum Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten

Am heutigen Tag tritt in Baden-Württemberg das „Gesetz über die Ladenöffnung in Baden-Württemberg und zur Änderung anderer Vorschriften“ in Kraft, wonach (kurz zusammengefasst) die Läden von Montag bis Samstag rund um die Uhr öffnen dürfen. Ich bin hin und hergerissen, was ich davon halten soll. Einerseits gibt es einige gute Argumente gegen diese Liberalisierung: wer möchte schon rund um die Uhr arbeiten müssen (wobei wir hiervon ja noch weit entfernt sind). Auch wird gerne das „Innenstadtsterben“ als Argument gegen die Freigabe der Ladenöffnungszeiten angebracht, wobei hierfür andere Argumente vermutlich ausschlaggebender sind, hauptsächlich dürfte dies wohl das weitgehende Fehlen kostenloser Parkplätze sein, die bei den Einkaufszentren auf der grünen Wiese massig vorhanden sind.

Andererseits werde/würde ich persönlich von längeren Öffnungszeiten profitieren, sind meine eigenen Arbeitszeiten an manchen Tagen doch auch sehr, sagen wir flexibel. Und da stellte ich mir die Frage: wieso sollen ausgerechnet die Mineralölkonzerne oder die Mitropa das Monopol darauf haben, die Menschen rund um die Uhr mit den Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen?

Für einige Menschen könnten die neuen Ladenöffnungszeiten ja durchaus auch eine Chance bedeuten. Wenn man z.B. einmal nach England blickt, gibt es dort viele kleine Läden, wohl meist familienbetrieben, die rund um die Uhr Lebensmittel und ähnliches verkaufen. Vielleicht folgt ja der „Onkel-Ali“-Laden (‚Tschuldigung) um die Ecke (immer geöffnet, ausser sonntags) den sowieso schon weitgehend verschwundenen Tante-Emma-Laden (Öffnungszeiten: Mo-Fr 8:30-12:30, Mo, Di, Do, Fr, 14:30-18:30, Sa 8:30-12:00) nach.

5 thoughts to “Zum Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten”

  1. Nun zumindest in unserer Stadt soll sich am kostenpflichtigen Parken (bis 18:00 Uhr bzw. Sa bis 14:00 Uhr) nichts ändern. Zumindest bei den zusätzlichen Öffnungszeiten ist nun hemmungsloses Parken möglich…

  2. Diese Panikmache von manchen Menschen geht mir wirklich auf den Nerv. „Die armen Menschen im Einzelhandel“ *heul*… an die armen Menschen in Fabriken, Tankstellen, Krankenhäuser, Pflegeheimen, Taxen, Polizeidienststellen, Flugzeugen, Bahnen, usw. denkt irgendwie niemand, oder?

    Ich sehe das nicht so wild. Wenn es sich für einen Laden lohnt länger aufzumachen, dann wird er das tun und ggf. zusätzliche Leute einstellen. Lohnt es sich für ihn nicht, dann macht er eben nicht auf. Eigentlich ganz einfach. 😀

  3. Da Du das Beispiel England (wo es korrekterweise UK heissen muesste :evil:) anfuehrst, da muss man auch etwas differenzieren:

    24 Stunden haben nur ganz ganz wenige Geschaefte auf. Eigentlich nur die ganz ganz grossen Supermaerkte von Tesco, Sainsbury und Konsorten. Die sind allerdings am Wochenende eingeschraenkt, Samstag abend ist irgendwann Schluss und am Sonntag duerfen groessere Geschaefte nur von 10:00 bis 16:00 oeffnen.

    Die kleinen Cornershops/Off-licenses (sehr oft von Indern, Pakistanern oder anderen „Einwanderern“ betrieben) haben zwar i.d.R jeden Tag geoeffnet, schliessen aber normalerweise so gegen 22:00 oder 23:00.

    Innenstadtsterben kann ich eigentlich nicht feststellen, eher schon von kleineren Lebensmittelgeschaeften (einschliesslich Schlachtern, Baeckern etc). Die Innenstaedte sind gerade am Wochenende rappelvoll, schliesslich ist das der Zeitpunkt wo die meisten Leute Zeit zum bummeln und „shoppen“ haben.

    Und was das „rund um die Uhr arbeiten“ angeht, das macht doch ein sehr grosser Teil der Bevoelkerung sowieso schon: Oder arbeiten Krankenschwestern, Taxifahrer, Polizisten, Notaerzte, Fernsehmoderatoren, Radiosprecher, Profisportler, Musiker, Schauspieler, Zugfuehrer, Busfahrer und viele viele andere etwa nicht?

  4. Doch welche Geschäfte haben denn nun wirklich länger geöffnet? Oft ist das selbst innerhalb einer Handelskette nicht einheitlich geregelt. Momentan wird mit den Öffnungszeiten lustig experimentiert. Da verliert man schnell den Überblick und steht dann um 20:05 Uhr vor verschlossener Tür.

    Licht ins Dunkle bringt da http://www.oeffnungszeiteninfo.de – eine Datenbank, die den Ehrgeiz hat, alle Geschäfte mit längeren Öffnungszeiten aufzulisten. Mit Hilfe einer Suchfunktion kann man sich schnell einen Überblick verschaffen, wo man noch zu später Stunde shoppen gehen kann. Die Datenbank funktioniert nach dem Wiki-Prinzip, es kann also jeder weitere Geschäfte mit verlängerten Öffnungszeiten eintragen und so die Datenbank komplettieren.

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