Videoüberwachung hier, Videoüberwachung dort…

Geht es eigentlich nur mir so, oder hat für Euch der schnelle Ermittlungserfolg nach den plumpen, missglückten Attentatsversuchen auf Deutsche Regionalzüge auch ein „G’schmäckle“? Vor allem, weil nun so lautstark die Ausweitung der Videoüberwachung gefordert wird. Ein allzu leicht gefundenes Fressen, wie ich finde. Wo doch die Attentate im gut überwachten London bewiesen haben, dass so etwas durch Videoüberwachung nicht verhindert werden kann. Noch dazu entbehrt die Forderung nach mehr Videoüberwachung doch jeglicher Verhältnismässigkeit. Wieviele Menschen sterben in Deutschland durch Autobahnraser, Feinstaub oder Tabakrauch in der Öffentlichkeit und wieviele durch Terrorismus? Was unternimmt die Bundesregierung gegen diese realen(!) Bedrohungen im Vergleich zum Aktionismus gegen die diffuse Terrorbedrohung? Auch vor diesem Hintergrund scheint der internationale Terrorismus nur ein vorgeschobenes Argument für eine totale Videoüberwachung zu sein.

Geradezu hirnrissig finde ich den Vorschlag, „DieBahn“-Züge mit bewaffneten Rail-Marshalls zu bemannen – von einer Zugentführung mit dem Ziel, den Zug in ein Hochhaus oder ähnliches zu steuern habe ich zumindest noch nichts gehört. Bei den meisten Zügen wäre es potentiellen Terroristen vermutlich noch nicht einmal möglich, während der Fahrt den Führerstand zu erreichen…

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