Es wird wohl wieder.

Ist ja schön, dass es wieder wird. Aber die „private Veränderung des öffentlichen Raums“ ist ein Thema, das mich in letzter Zeit ziemlich oft, und recht zwiespältig beschäftigt, ein Thema, bei dem ich oft überlege, ob ich mich zu dem Spießer entwickle, der ich nie werden wollte.

Einerseits kann ich die Werke eines „Kunstterroristen“ wie banksy uneingeschränkt bewundern, eine Aktion wie die bei Spreeblick gezeigte interessant finden, genauso wie ich über hingekritzelte „Sponti-Sprüche“ (nennt man die noch so?) schmunzeln kann, wie z.B. neulich in der S-Bahn: „Stoppt Rot-rot-grün!“. Hmm, ok… Musste mich sogar tatsächlich beherrschen, ein „Go Vegan“, das ich am Bahnhof entdeckte, nicht selbst mit einem „Und die armen Pflanzen?“ zu kommentieren.

Andererseits rege ich mich über verschmierte S-Bahn-Sitze nicht erst auf, seit ich mich mal in ein frisches Graffiti gesetzt und damit meine Hose ruiniert habe. Genau so blöd finde ich vollgesprayte Fenster in der S-Bahn, die tagsüber kaum noch Licht reinlassen und den Fahrgast sehr abhängig von der schlecht verständlichen Lautsprecherdurchsage machen, will er sein Fahrtziel nicht verpassen (rausschauen is ja nich). Oder die mit „Tags“ verkratzen Scheiben. Wer bitte, findet so etwas gut?!

Meine persönliche Grenze des Akzeptablen habe ich hier wohl noch nicht gefunden. Es hängt wohl nicht unbedingt nur davon ab, ob man selbst betroffen ist und unter der Aktion „leidet“, sondern wohl eher von Art und Inhalt der Aktion. Hätte ich ein eigenes Haus, würde mich ein durchdachtes Graffiti sicher weniger, wenn überhaupt, stören als ein eilig hingeschmiertes Tag, mit dem die halbe Straße zugekritzelt ist.

(Hinweis: Timestamp des Artikels manuell gesetzt, damit der nachfolgende/vorher geschriebene Artikel nicht untergeht.)
Edit 2005-10-14 00:53h: Spreeblick-Link

Ein Gedanke zu „Es wird wohl wieder.

  1. Gutes Thema. Ich glaube, man braucht sich mit der eigenen Akzeptanz-Grenze nicht so lange beschäftigen, denn die Erkenntnis, dass es um mehr als „Schmierereien“ geht ist die wichtige. Die Eroberung des öffentlichen Raums findet durch „alle“ statt, nicht immer ästhetisch ansprechend, aber immer sichtbar. Wie Blogs im virtuellen Raum eben.

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