Sportlich pendeln – mit dem Crosser

Seit ein paar Tagen habe ich einen neuen fahrbaren Untersatz. Mein bisheriges Alltagsrad, das Raleigh Oakland XXL hat so langsam ausgedient, es ist mir mittlerweile ein wenig zu gemütlich und undynamisch, es ist schwer, weil es für schwere Menschen konstruiert ist. Das 2017 gekaufte Canyon-Rennrad ist auf reine Asphalt-Strecken, und irgendwie auch auf schönes Wetter, spezialisiert. Auf der Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“, die es auch im Fahrradumfeld nicht zu geben scheint, bin ich, neben sportlich leichten Trekkingrädern und Randonneurs auch oft auf die derzeit recht populäre Idee gestoßen, ein sogenanntes Cyclocross-Rad zum Alltagsrad auszubauen, mit Gepäckträger, Schutzblechen und Beleuchtung. Die sportliche Fahrweise vom Rennrad wird durch eine robustere Ausführung und vor allem breitere Reifen so auch fernab der reinen Straße möglich. so dass ich meine Heimfahrt oder Wochenendtouren auch auf Wald- und Feldwege hier in der Region lenken kann.

Weil ein lokaler Händler es sogar in meiner Größe vorrätig hatte, entschied ich mich für das Modell „Gavere“ der Firma Stevens aus Hamburg, Modelljahr 2017. Die Schutzbleche von SKS sind abnehmbar, ein Gepäckträger (Tubus Fly) für Gepäcktaschen ist schon gekauft, aber noch nicht montiert. Die Beleuchtung habe ich vom Rennrad übernommen: Ixon Core + IXXI von Busch+Müller waren bereits vorhanden, ich habe lediglich eine weitere Lenkerhalterung für das neue Rad gekauft. Für meine Pendelstrecke reicht diese Beleuchtung allemal, auch wenn natürlich eine fest verbaute Beleuchtung mit Nabendynamo etwas komfortabler wäre.

Gezielt suche ich mir nun für die Erweiterung meines Arbeitswegs die weniger festen Wege, etwa nördlich des Nürnberger Flughafens auf Forstwegen durch den Wald, oder – Premiere – im Süden der Frankenmetropole auf den Kieswegen entlang des Main-Donau-Kanals. Auch das hier in der Gegend recht verbreitete Kopfsteinpflaster ist nicht ganz so anstrengend zu befahren wie mit dem Straßenrenner. Die ersten Ausfahrten haben bereits sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auf einen langen , sportlichen Radelsommer auf der Straße (denn auch das Rennrad will bewegt werden) und im Wald.

¡Viva Cuba Libre!

Eine Kuba-Reise hinterlässt mächtig Eindruck. Noch immer verarbeite ich die vielen Erlebnisse und Begegnungen, und das wird auch noch eine Weile anhalten. Zwei Wochen lang bereisten wir mit dem Programm „Cuba Real“ die gesamte Insel von Ost nach West, beginnend in Santiago, der „Hauptstadt des Ostens“ und endend natürlich in Havanna.

Valle de Viñales

Kuba befindet sich auf jeden Fall in einer Zeit des Umbruchs. Und vor allem in den stark bereisten Gebieten des Westens merkt man dies auch beim ersten Besuch. Wenn wohl Havanna schon immer von Touristen besucht wurde, so reiht sich heute zum Beispiel in Viñales, im gleichnamigen UNESCO-Welterbe Valle de Viñales liegend, Privatpension an Privatpension.  Im verlinkten Wikipedia-Artikel heißt es hierzu noch, der „meistbesuchte Ort der Provinz Pinar del Río, verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Unterkunftsmöglichkeiten“. Das hat sich laut unserer Reiseleiterin in den letzten zwei bis drei Jahren explosiv geändert. Da die Touristen die atemberaubende Natur aber zumeist zu Fuß oder auf Pferden erkunden, leidet das bedeutende Tabakanbaugebiet augenscheinlich wohl noch nicht so sehr unter dem Ansturm.

Doch beeindruckt hat mich nicht zuletzt auch das sehr einfache, für unsere mitteleuropäischen Verhältnisse karge Leben in einigen Regionen. Trotz des immer wieder ans Licht tretenden Mangels kann man hier als politisch links eingestellter Mensch durchaus einer gewissen Revolutionsromantik verfallen.

Ich werde versuchen, meine Gedanken und Eindrücke in kleinere Häppchen hier in einer losen Serie zu sammeln.

 

Und jetzt auch „offiziell“: 10k

Wow, da war ich selbst ein wenig überrascht, dass mein letzter Artikel hier im Blog den nicht ganz vollständigen zehn-Kilometer-Lauf im Marienbergpark behandelte. Denn mittlerweile ist es wahr geworden: am 3. Oktober fand der 22. Nürnberger Stadtlauf statt – und ich war dabei! Knapp ein Jahr nach meinem ersten Lauftraining, welches über den folgenden Winter erst einmal wieder darnieder lag, und etwa sechs Monate, nachdem ich ab Ostern im Rahmen des Post-SV-Lauftreff das Laufen dann konsequenter anging, absolvierte ich meinen ersten Stadtlauf. Zwar lief ich wie bereits erwähnt, nicht zum ersten mal über diese Strecke, aber es ist doch etwas ganz anderes, dies im Rahmen eines solchen großen Events abzuhalten. Und ich bin auch sehr zufrieden mit meiner erreichten Zeit, die für mich zwar sowieso nicht im Vordergrund stand, das Erhoffte aber ordentlich über- (bzw. zeitlich unter-)bot.

„Schuld“ an der Zeit war wohl unter anderem auch ein sogenannter „Pace“-Läufer. Wie bei vielen Läufen dieser Art gibt es Freiwillige mit auffälligen Markierungen, die die Ziellinie innerhalb einer vorher angegebenen Zeit überqueren. An die kann man sich dran hängen, wenn man sich zeitlich selbst ein bestimmtes Ziel gesetzt hat. Das hatte ich zwar nicht vor, landete aber beim Start zwischen den Zielläufern für 65 Minuten und 70 Minuten. 1:10 Stunden fand ich durchaus realistisch, und dann kam wohl doch noch der Ehrgeiz ins Spiel, ich hing mich also erst einmal an den schnelleren Pacemaker. Etwas überrascht stellte ich aber nach dem ersten Kilometer fest, dass dieser wohl deutlich schneller zu laufen schien, als es eigentlich für die Ziel-Zeit erforderlich gewesen wäre. Meinen ersten Kilometer absolvierte ich so in weniger als sechs Minuten, statt in der nötigen Zeit von 6:30. Ein Tempo, welches ich nicht über die Gesamtstrecke aufrecht erhalten konnte. Bei der zweiten Verpflegungsstation – etwa um Kilometer 7 – beschloss ich, eine Gehpause einzulegen, um den Puls wieder etwas herunter zu schrauben. Das funktionierte auch ganz gut und dann ging es mit neuer Motivation weiter. Auch die beiden Feuerwehrleute in Vollmontur zogen mich mental ein wenig mit, bis etwa Kilometer 9 hing ich mich an sie ran. Doch bis zum Zielsprint legte ich, vor allem bei den Steigungen, die nun  in Richtung Opernhaus folgten, weitere Gehpausen ein. Auf den letzten Kilometern half die Motivation durch die zahlreichen anfeuernden Zuschauer sehr.

Mein Fazit: mit der Leistung bin ich mehr als zufrieden – und Zufriedenheit war wohl sowieso das stärkste Gefühl nach dem Zieleinlauf. Zufrieden, es durchgezogen zu haben, zufrieden, dem widrigen Wetter (es war regnerisch und windig an diesem Vormittag) getrotzt zu haben. Jetzt ist durchaus auch Ansporn geweckt, beim nächsten Mal eine bessere Zeit zu erreichen – eine solche Strecke unter einer Stunde zu absolvieren ist ja nichts unrealistisches, erfordert aber doch ein etwas zielgerichteteres Lauftraining.

Ein großes Dankeschön geht an Michael G. für seine Unterstützung und die ansteckende Sport-Begeisterung, an Michael W. für die tatkräftige Unterstützung am Lauf-Tag, an Kathrin für die Begleitung auf der Strecke und vor allem an Nadja, die diesen Lauf ja bereits letztes Jahr zum ersten Mal absolviert hat, mich zum Lauftreff mitgenommen und auch sonst immer wieder angespornt hat, den Arsch hoch zu bekommen.

Mein erster „10k“

Seit Ende April haben wir uns darauf vorbereitet. Dreimal die Woche trafen wir uns im Marienbergpark im Rahmen des Lauftreffs vom Post SV und joggten eine Stunde lang. Und am vorletzten Sonntag war es nun endlich so weit: der 10-Kilometer-Lauf zum Abschluss der Anfängergruppe stand an. Von den anfangs rund 18 Teilnehmern der „Gruppe Null“ fanden sich trotz Regenwetter immerhin noch vier Läuferinnen und ein Läufer im Marienbergpark ein, um auf die drei Runden mit etwas mehr als drei Kilometer zu gehen. Einige der anderen LäuferInnen hatten ungeachtet des schlechten Wetters ebenfalls in den Park gewagt, um uns zu unterstützen oder als Streckenposten zu dienen.

Insgesamt lief es sich sehr locker. Ich machte zum Ende der ersten und zweiten Runde eine kleine Trink- und Gehpause, die aber kaum der Rede wert waren, und fand dann auch schnell wieder Anschluss an die beiden führenden Läuferinnen. So liefen wir die längste Zeit zu viert, denn außerdem begleitete uns noch Walter, ein erfahrener Läufer und Triathlet. Er unterhielt uns die gesamte Strecke über mit Geschichten und Erlebnissen aus seinen Triathlon-Wettkämpfen, es kam mir vor wie ein „Running Podcast“ – für Kommentare und Nachfragen blieb uns dreien eigentlich keine Puste. Die Begleitung ließ die Runden sehr kurzweilig werden, etwaiges „Kopfkino“ über die bevorstehenden Strapazen der für uns langen Strecke kam so erst gar nicht auf.

Am Ende zeigte meine Uhr ordentliche 01:04 Stunden an – laut GPS aber leider nur 9,17 Kilometer. Doch das trübte die Freude über den erfolgreichen Lauf nur geringfügig. Insgesamt blieben alle LäuferInnen unter 01:10 Stunden. Wir waren wohl die schnellste Anfängergruppe seit langem – das lag aber wohl auch daran, das einige langsamere Läufer und Läuferinnen aus verschiedenen Gründen an jenem Sonntag erst gar nicht antraten.

Das anfangs sehr langsam erscheinende Trainingstempo im Lauftreff hat sich für mich also durchaus bezahlt gemacht. Und ich bin auch gleich einer Strava-Herausforderung beigetreten, im August erneut einen 10-km-Lauf zu absolvieren. Und im Oktober werde dann zum ersten Mal beim Stadtlauf in Nürnberg antreten! Und wer weiss, wenn es terminlich passt vielleicht sogar beim Bietigheimer Silvesterlauf?