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Barcamp Berlin – mein Bericht

Letzten Freitag machte ich mich also auf den langen Weg nach Berlin, um das dortige Barcamp zu besuchen und ich darf gleich zu Beginn sagen: die Strapazen haben sich gelohnt. Dazu gehört sicher, dass die Zugfahrt von Stuttgart nach Berlin dank umstiegsfreier Verbindung schon mal bis auf wenige Minuten Verspätung problemlos verlief. Den Fußweg vom Ostbahnhof zu meiner Unterkunft, dem Motel One am Spittelmarkt, konnte ich nach dem langen Sitzen im ICE nutzen, um gleich mal die Gegend um den Veranstaltungsort, die Evangelische Schule Berlin Zentrum, zu erkunden.

Blick vom Hotelzimmer - Guten Morgen, Berlin!
Blick vom Hotelzimmer – Guten Morgen, Berlin!

Leider gab es krankheitsbedingt keinen offiziellen Vorabendevent am Freitag, aber dennoch haben sich einige Barcamp-Teilnehmer (und wie sich am Samstag herausstellte, auch jemand, der leider nicht mehr am Barcamp teilnehmen durfte, obwohl sicher noch genug Platz da gewesen wäre) im Cafe Bilderbuch in Schöneberg eingefunden. Dank geht hier an Sven für die Organisation des Abends. Es wurde ein sehr netter solcher mit vielen interessanten und freundlichen Bekanntschaften, inklusive eines gemeinsamen Besuchs bei Curry 36 zum Abschluss. Die Wurst dort hat mich eher enttäuscht (aber ich bin ja auch Wurstdurst-verwöhnt!). Immerhin war damit das Touristenprogramm auch abgehakt. Da ich mich für den Samstag als Aufbauhelfer gemeldet hatte, blieb ich dem Berliner Nachtleben am Freitag fern und fuhr zurück zum Hotel.

Die Ruhe vor dem Sturm
Die Ruhe vor dem Sturm

Der Samstag morgen startete ein wenig schleppend, weil versehentlich entkoffeinierter Kaffee besorgt wurde und sich die Zeit, bis das gelbe Lichtlein bei der ersten Maschine mit richtigem Kaffee anging, sehr lange hinzog. Doch nach dem Frühstück ging es dann mit leichter Verspätung endlich los, wir konnten in die Vorstellungsrunde (meine Hashtags waren dieses mal #Segeln #Mobilität und #Nürnberg) und die Sessionplanung einsteigen. Der Link zum Timetabler zeigt Euch die Vielfalt und Breite der angebotenen Sessions. Ich selbst hatte aber erst einmal eine andere Mission: da ich angeboten hatte, einen Session zum Thema „Schuhe binden und Seemansknoten“ zu machen, suchte ich erst einmal in der Umgebung nach ein paar Tampen oder ähnlichem. Die freundliche Dame in einem benachbarten Schreibwarengeschäft schenkte mir ein Stück Schnur, was mich zuerst, vor allem wegen der freundlichen Geste, sehr begeisterte.

Rettungsgerät
Rettungsgerät – Mißbrauch strafbar!

Aber in der Mittagspause zog ich nochmal los und kaufte in einem Supermarkt ein paar bunte runde Schnürsenkel, die letztlich zweckmäßiger waren. Die lange Rettungsleine an einem Rettungsring am Spreeufer war zwar sehr verlockend. Doch Vorsicht: Missbrauch strafbar!

Vorher ging ich noch in die „Web Development – Ask me Anything“-Session von @derrabus. Hilfreicher Input zum Thema Frameworks und IDEs.

Mittagspause #bcber 2015

Nach der Mittagspause (mit Einkaufstour, wie erwähnt) ging es gleich nochmal an die Spree, wo die Digital Media Women sich vorstellten. Schließlich galt es auch, das schöne Wetter zu genießen:

In der nächsten Session diskutierten wir die Zukunft der deutschen Industrie im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Welt. Für die dominierende Automobilindustrie sahen viele schwarz. Interessante Diskussion.

Wir binden uns die Schuhe
Wir binden uns die Schuhe

Anschließend folgte meine eigene Session „Schuhe binden und Seemannsknoten“. Etwas vorbereitet war ich ja mittlerweile, aber zum nächsten Barcamp bringe ich dann wohl richtige Tampen von Zuhause mit. Es war jedenfalls schön, in glückliche Gesichter von Menschen schauen zu können, die gerade den Palstek gelernt hatten oder ähnlich wie ich damals, endlich erfahren haben, dass sie ihre Schuhe bisher nicht ganz richtig geschnürt hatten, es aber jetzt richtig machen können. Ich denke, ich werde eine solche Session beim nächsten Barcamp wieder anbieten. Schließlich gibt es sogar TED Talks zu diesem Problem.

Verschiedene Katastrophenszenarien sowie Fluchtrucksäcke waren das nächste Thema. Wir durften Überlebensrationen probieren (Geschmackssache…) und diskutierten angeregt die verschiedenen Szenarien. Eine Zombieapokalypse wurde nicht thematisiert. Magnetische Stürme („Sonnenstürme“) erscheinen da durchaus als wahrscheinlichere Bedrohung für einen Kollaps der durchtechnisierten Zivilisation, wie wir sie derzeit kennen.

Nach dem Abendessen sprachen wir in einer sehr aufschlussreichen Abendsession von Jan Krämer über Schlaf und schauten anschließend noch ein paar TV-Serien-Empfehlungen an, wobei hier aber wenig interessantes für mich dabei war. Naja, auch bei Serien gilt: Geschmäcker sind verschieden. Dazu gab es übrigens (statt Bier…) gesponsortes Havelwasser, eine Mischung aus Weißwein und Birnensaft. Gar nicht mal so schlecht, wenn auch etwas zu süß.  Ich bin dann nach dem erlebnisreichen Tag auch wieder ohne erweitertes Nachtleben ins Hotel zurück, um mich richtig auszuschlafen. Das unten erwähnte Feuerwerk habe ich noch gehört. Note to Self: beim nächsten Barcamp Backup-Plan für Werwolf-Session bereit halten, falls Her Gassner wieder nicht vor Ort ist. 

#Berlin ist, wenn aus heiterem Himmel vor Deiner Kneipe jemand ein #Feuerwerk zündet. #bcber

Ein von Christian Wohlabe (@wohli_berlin) gepostetes Foto am

Am Sonntag ging es nach dem leckeren Frühstück und viel Kaffee wieder raus an die frische Luft, um gemeinsam mit @pepperman die „Zukunft der Energie“ zu diskutieren, wobei er uns auch hier schon für seine Folgesession zum Thema „Tesla-Boss Elon Musk“ anteaserte, die ich später ebenfalls besuchte. Etwas Wehmut kam bei mir in dieser auf, als ich Hermann Scheer im Filmausschnitt von „Die 4. Revolution“ sah.

Doch zuvor schaute ich mir noch einige erschreckende Fälle von User Bashing in der Session von @heikegallery an, in der man einiges über gutes und schlechtes Community Management lernen konnte. Zurücktrollen ist jedenfalls keine Option…


In meiner letzten Session von Susanne Ullrich und Bettina Thies stellten wir unsere Lieblings-Apps vor. Leider hat das Wlan für mich an dieser Stelle etwas geschwächelt, so dass ich mir Notizen machte, anstatt die Apps gleich auf das Smartphone zu übertragen. Aber es waren einige Anregungen dabei, unter anderem werde ich mal Allryder testen, obwohl deren Werbung auf Twitter eigentlich eher nervt. Daher auch kein Link an dieser Stelle. Nach der Abschluss-Session und dem Aufräumen stand mir noch die lange Rückreise bevor, doch dank der DVD von „The Secret Life of Walter Mitty“ verging auch diese Fahrt fast wie im Fluge.

Was habe ich bei diesem Barcamp gewonnen? Viele nette Bekanntschaften und vor allem wohl die Erkenntnis, dass es sich wirklich immer lohnt, eine eigene Session anzubieten, und wenn das Thema auch noch so abwegig oder gar lächerlich erscheinen mag. Bei meinen letzten beiden Barcamps hatte ich keine eigene Session angeboten und danach auch das Gefühl, dass irgendwie etwas gefehlt hat. Schön war auch, dass ich dazu beitragen konnte, einige Barcamp-Neulinge davon zu überzeugen, eine eigene Session anzubieten. Leider habe ich an keiner dieser Sessions selbst teilgenommen. Oft wünsche ich mir bei Barcamps, mich klonen zu können, um nichts interessantes zu verpassen.

Für mich war das Barcamp Berlin jedenfalls ein voller Erfolg. Vielen Dank an Jan Theofel für die Organisation und das Durchhalten trotz der angeschlagenen Gesundheit. Dankeschön auch an die Sponsoren des Barcamps.

Hier noch ein weiterer Bericht beim Sponsoren Brandwatch, dem ich dank der Ticket-Verlosung ja überhaupt erst zu verdanken habe, dass ich noch am ausgebuchten Barcamp teilnehmen konnte.