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Pokémon Go und die Umwelt – leave no trace?

Seit einigen Wochen hat sich das „Augmented Reality“-Spiel Pokémon Go rasant verbreitet wie kaum ein anderes Spiel zuvor. Es wurde seither auch viel darüber diskutiert. Doch während Pokémon-Spielende ihre Taschenmonster in der Vitrualität einfangen, ausbrüten und trainieren, gibt es immer wieder Beschwerden über die Spuren, die einige von ihnen dabei in der „echten“ Welt, zum Beispiel auf öffentlichen Plätzen hinterlassen.

Nun ist Müll auf öffentlichen Plätzen beileibe kein Phänomen, dass es erst seit der Verbreitung von Pokémon Go gäbe. Gerade nach sommerlichen Wochenenden, wie wir sie gerade erleben, findet man am Montag Morgen um die beliebten Grill- und Feierplätze schon immer allerlei Hinterlassenschaften. Dennoch denke ich, könnte der Pokémon Go-Hersteller Niantic hier noch nachbessern.


Man schickt die Leute nach draußen, was ich im übrigen erst mal echt gut finde. Auch der Hinweis, wachsam zu bleiben und die „Umgebung im Auge“ zu behalten, erscheint, sobald man das Spiel startet. Das erinnert aber vielmehr an den Hinweis von Navigationsgeräten, dass man sich doch wenn möglich an die Verkehrsregeln halten solle. Ein Hinweis, die Öffentlichkeit so spurenlos wie möglich zu hinterlassen, fehlt bei Pokémon Go bisher leider. Andere Outdoor-Communities (und dazu sollte man die Teilnehmenden an diesem Spiel durchaus im weiteren Sinne zählen) verhalten sich hier vorbildlicher.

So gibt es zum Beispiel im Zusammenhang von Geocaching das Prinzip „Cache in – Trash out“, was sogar vereinzelt zu gemeinsamen „Aufräum-Events“ führt. In den USA bemüht sich unter anderem das Leave No Trace Center For Outdoor Ethics darum, Leute über die möglichen Auswirkungen ihrer Freizeitaktivitäten in der Natur zu informieren und selbst der Jeep-Hersteller Chrysler bot bereits Discounts für Kunden an, die Mitglied bei „Tread Lightly!“ werden, einer ähnlichen Organisation, die sich allerdings mehr an die motorisierten Outdoor-Enthusiasten wendet.

Eigentlich finde ich es ja generell schade, wenn man zumeist erwachsene Menschen darauf hinweisen muss, ihren Müll doch möglichst wieder mit zu nehmen, oder zumindest zu entsorgen. Aber schaden könnte so ein Hinweis von Seiten des Spieleherstellers bei Pokémon Go ja eigentlich nicht.
Beitragsbild: Von Fred SchaerliEigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50327535

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Hamsterkäufe und Militär vor der Haustür?

Medienberichten zufolge will die Bundesregierung der Bevölkerung zur Lebensmittelbevorratung für „den Katastrophenfall“ raten, den selben Medienberichten nach geschieht dies zum ersten Mal seit Ende des kalten Kriegs. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es solche Ratschläge von Bundesbehörden, wie etwa dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, eigentlich ständig gegeben hat. Auf dessen Website findet sich zum Beispiel „meine persönliche Checkliste“, die Veröffentlichung stammt laut Website von 2013. Ich kann mich noch an eine viel ältere Broschüre erinnern, die ich  – ganz sicher nach 1989 – von einem Tag der offenen Tür des Technischen Hilfswerks mitgenommen habe. Zumal in meiner damaligen Heimat die Angst vor einem möglichen GAU im nahe gelegenen Atomkraftwerk Neckarwestheim auf einer niedrigen Frequenz ja irgendwie immer mitschwang.

Sicher ist es also nicht erst seit den Befürchtungen um den Y2K-Bug oder anderen Katastrophen-Szenarien wie etwa „Peak Oil“ ratsam, für eine gewisse Zeit zuhause einigermaßen vorgesorgt zu haben. Tagelange Stomausfälle gab es in etwas härteren Wintern auch im Deutschland dieses Jahrtausends. Und sogenannte „Prepper“ setzen das Ende der Fahnenstange beim Thema Bevorratung sogar weitaus höher an als es die Bundesbehörden tun. Dennoch hat mich diese Meldung aufhorchen lassen. Denn sie passt in eine derzeitig erzeugte Lage der Bedrohungs- und Angst-Hysterie hinein. Da wird ein  Burkaverbot wegen Terrorismusgefahr ebenso diskutiert wie die automatische Gesichts-Erfassung aller Reisenden an Bahnhöfen und Flughäfen. Einen weiteren Aspekt dieser Angstkulisse sehe ich in der derzeit immer häufiger auftauchenden Diskussion um den Einsatz des Militärs im Inneren. So erwartet der aktuelle Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon schon bald Übungen der Bundeswehr im Bundesgebiet. Und hier geht es eben nicht um Katastrophenhilfe wie etwa bei der Oderflut oder anderen Naturereignissen. Boullion stellte ähnliche Forderungen bereits im März nach den Anschlägen in Brüssel.

Ganz ehrlich, mir wird bei solchen Forderungen übel. Und da muss ich mir gar nicht erst ausmalen, was denn im Stuttgarter Schlosspark am 30. September 2010 bei dem widerrechtlichen Polizeieinsatz gegen friedliche Demonstranten passiert wäre, wenn statt „nur“ gewaltbereiter Polizisten gar Bundeswehr-Truppen gegen die Demonstranten vorgegangen wären. Stuttgart und andere Großdemonstrationen haben uns gezeigt, was passieren kann, ob rechtmäßig oder nicht. Wenn es erstmal geübt wird, wird es wohl auch bis zu einem Einsatz nicht mehr lange dauern. Und erinnern wir uns nun daran, das laut EU-Recht gewisse „Negativdefinitionen“ gar die Anwendung tödlicher Gewalt erlauben, um einen „Aufruhr oder Aufstand […] niederzuschlagen“.

Wer weiß, vielleicht hängen die neuesten Pläne zur Lebensmittel-Bevorratung ja mit geplanten Ausgangssperren in Deutschland zusammen? Ich will nicht den Teufel an die Wand malen oder mich zu Verschwörungstheorien hinreißen lassen. Aber so langsam erinnern mich die Maßnahmen zur inneren Sicherheit in Deutschland unter dem Deckmantel der Terrorbedrohung fast schon an Erdoğans „Staatsstreich von oben“ (Heribert Prantl) nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei.

Denn dieses sich immer weiter manifestierende „Supergrundrecht“ auf Sicherheit haben sich Innenminister ja eigentlich nur herbei fantastisiert. Es dient dem Zweck, den Sicherheitsapparat immer weiter aufzurüsten, wenn auch nicht besonders effizient, wie zum Beispiel die Vorratsdatenspeicherung und Militärpräsenz in Frankreich gezeigt haben. Das „Supergrundrecht auf Sicherheit“ dient nicht der Aufrechterhaltung des Rechtsstaats oder der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wie hat es Heribert Prantl in der Diskussion um den „Staatstrojaner“ formuliert:

„Ein solches Supergrundrecht stellt alles zur Disposition, was der Rechtsstaat an Regeln zur Vorbeugung, Aufklärung und Verfolgung von Straftaten eingeführt hat. Wer hier den großen Kehraus veranstalten will, der kehrt, angeblich oder vermeintlich zur Verteidigung des Rechtsstaats, genau das weg, weswegen dieser Rechtsstaat verteidigt werden muss. Dann stirbt die Freiheit an ihrer Verteidigung.“

So ist es.


Beitragsbild:
By Syrian_hamster_filling_his_cheek_pouches_with_Dandelion_leaves.JPG: Peter Maasderivative work: Miss-Sophie [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

brombachsee01

Sofern die Winde weh’n

brombachsee02Einen herrlichen Segelsonntag hatten wir heute am Brombachsee mit Freunden auf „Antonia“, einer gemieteten Hunter 23.6. Das Boot hatten wir schon ein paar mal mit wechselnden Besetzungen gechartert und waren deshalb – aber auch relativ kurz nach unserem nach unserem Ostseetörn im Juni  – schnell wieder im Element.

Am Morgen herrschte zuerst noch etwas FLaute, aber nach unserer Mittagspause in Enderndorf (wo es heute wirklich sehr voll war) ging es bis nachmittags teilweise noch ganz flott über den See. Dank Garmin fenix 3 kann ich sogar mal eine Aufzeichnung unseres kleinen „Törns“ mitliefern 😉

Was hier wohl wirklich angeboten wird?

In den letzten Tagen sind mir gleich zwei etwas dubiose Werbeangebote aufgefallen. Doch seht selbst:

sog-pizza sog-kuchen

Handelt es sich hier um Produkte, die ähnlich wie Pizza oder Kuchen sind? Oder wird hier unter falschem Namen gar etwas ganz anderes angeboten?

In Wirklichkeit war vermutlich in beiden Fällen eine Hervorhebung beabsichtigt. Dem Leser und Typographen in mir rollen sich bei dieser Art der Hervorhebung allerdings die Fußnägel auf. Bastian Sick hat in seiner Zwiebelfisch-Kolumne über dieses Phänomen bereits 2005 berichtet, zum „Deppenapostroph“ gesellte sich bereits damals die „Anführungswut“.